Presseberichte: HSG Lemgp - Leichlinger TV

Pirates kommen mit blauem Auge davon

Frühe rote Karte: Jannes Hertlein Foto: Uwe Miserius

Trotz einer durchwachsenen Leistung verließen die Drittligahandballer des Leichlinger TV am Samstag bei der HSG Handball Lemgo II knapp mit 39:38 (23:20) als Sieger das Feld. Björn Aust, der den immer noch erkrankten Frank Lorenzet erneut als Cheftrainer auf der Bank vertreten musste, war erleichtert: „Das war eine schwierige Aufgabe gegen einen unangenehmen Gegner. Wir hatten viele Fehler im Spiel, einige sehr starken Phasen haben uns aber die zwei Punkte gerettet.“

Eine dieser starken Phase kam ausgerechnet nach einer vermeintlichen Schwächung der Mannschaft. 3:7 (8.) lagen die Leichlinger in Rückstand, als Abwehrchef Jannes Hertlein nach einem Foul bei einem Lemgoer Tempogegenstoß die Rote Karte sah. Viele Ballverluste der Pirates im Angriff, ermöglichten den Gastgebern bis dahin erfolgreich ihr Tempospiel auszuziehen. Eine von Aust genommene Auszeit und die Disqualifikation von Hertlein wirken dann aber wie ein Weckruf.

Plötzlich waren die Angriffe strukturierter und die Abschlüsse deutlich besser vorbereitet. Der LTV übernahm das Kommando und beim 11:10 (15.) auch zum ersten Mal die Führung. Die Angriffsmaschine lief und als der Vorsprung direkt nach der Pause auf 26:20 (35.) ausgebaut werden konnte, schien die Sache zu Gunsten des LTV gelaufen.

Jetzt schlichen sich aber wieder Fehler ins Spiel der Gäste ein, die eiskalt mit Gegentoren bestraft wurden. Die Verunsicherung wuchs beim LTV und Lemgo erkämpfte sich beim 28:27 (42.) innerhalb kurzer Zeit die Führung zurück. Es ging in eine spannende Schlussphase, da der LTV die Kurve aber wieder bekam, lag er ab dem 32:31 (51.) immer vorne, beim 36:33 (56.) sogar etwas deutlicher. Doch auch das war immer noch nicht vorentscheidend, denn der gegen den Abstieg kämpfende Gastgeber konnte auf 36:35 (58.) verkürzen. Erst das 39:37, des wieder einmal sehr starken David Kreckler, brachte 20 Sekunden vor dem Abpfiff die Entscheidung.

LTV: Stecken (1); Kreckler (12/7), Novickis (7), M. Schulz (6), Hansen (5), Munkel (4), Rachow (3), Hertlein (1), Lange, Menzlaff, Feuchtmann Perez

Quelle: Bergischer Volksbote Burscheid
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Leichlinger TV stellt Reife mit Sieg in Lemgo unter Beweis

Gelegentlich entwickeln Sportler unerwartete Qualitäten. So auch beim Handball-Drittligisten Leichlinger TV, der plötzlich überraschend souverän darin geworden ist, unangenehme Aufgaben zu bewältigen. Die drei zurückliegenden Spiele gegen Minden II, den ATSV Habenhausen und am Samstagabend die HSG Lemgo II (39:38 (23:20)), gehören zweifelsfrei in die Kategorie der weniger reizvollen Spiele. Am kommenden Freitag kommt in dem als Aufsteiger feststehenden TuS Ferndorf ein Spitzenteam in das Ostermann-Forum (20 Uhr).                                           

Die Partie in Lemgo brachte der LTV torreicher als erwartet hinter sich. "Da waren so einige Höhen und Tiefen dabei", sagte Kapitän David Kreckler. Der 35-Jährige scheint weiterhin in einer Art Zeitschleife gefangen zu sein, die ihn nicht altern und dafür weiterhin guten Handball spielen lässt. Zwölf Treffer versenkte Krecklers "linke Klebe" diesmal. Völlig zurecht rangiert er weiter mit Abstand auf Platz eins der Tor- und Siebenmeter-Schützen der Liga. "Klar freue ich mich darüber", sagte der Rechtsaußen, wehrte aber gleich mit dem Hinweis auf seine sieben Siebenmeter bescheiden ab: "Diese Tore haben die anderen herausgeholt."

Dass das in Lemgo gar nicht so einfach ist, machte die junge Reserve gleich zu Beginn klar. "Wir hatten einen holprigen Start und eines war uns klar: Lemgo kann rennen", schilderte Kreckler. Ärgerlich, dass die Blütenstädter mit so vielen Nebenkriegsschauplätzen zu kämpfen hatten und früh dezimiert wurden: In Stammkeeper Mathis Stecken fuhr nur ein Torhüter mit. Carsten Mundhenk fehlte aus privaten Gründen, Dean Christmann laboriert weiter an einer Verletzung. Kreisspieler Jannes Hertlein flog zudem wie in der Vorwoche nach einer Roten Karte vom Platz. Der Ostfriese musste bereits zum fünften Mal in der Saison vom Feld - so oft wie kein anderer. Unterstützung von der Seitenlinie gab es von Co-Trainer Björn Aust. Wie in der vergangenen Woche blieb Cheftrainer Frank Lorenzet erkrankt zu Hause. Seine Spieler ließen sich davon nicht beirren.

Dabei hätte der LTV genug Möglichkeiten gehabt, das Spiel aus der Hand zu geben. "Am Anfang der Saison hätten wir so ein Spiel vielleicht noch verloren", sagte Bastian Munkel. Inzwischen entfalten sich die im Kader vorhandenen Stärken immer besser - auch in unangenehmen Phasen. "Wir hatten ein Quäntchen mehr Glück und Erfahrung", betonte Kreckler. "Wir wussten, dass wir uns nach den Niederlagen gegen Krefeld und Longerich gegen die Teams aus der unteren Tabellenhälfte keine Ausrutscher leisten dürfen." 

Gegen Ferndorf sei das nun anders. "Das ist das einfachste Spiel der Saison", sagt Kreckler: "Wenn du gegen sie verlierst, ist es der ungeschlagene Tabellenführer. Wenn du gewinnst, ist es eine Überraschung."

LTV Stecken - Rachow (3), Munkel (4), Lange, Hansen (5), Novickis (7), Feuchtmann, M. Schulz (6), Hertlein (1), Menzlaff, Kreckler (12/7).

Quelle: RP online
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