Presseberichte: Leichlinger TV - VfL Eintracht Hagen

Durchschnittliche Leistung reicht nicht

Machte seine Sache gut: David Kreckler (Foto: Miserius)
Machte seine Sache gut: David Kreckler (Foto: Miserius)
Auch die Leichlinger konnten am Freitagabend den Drittliga-Tabellenführer VfL Eintracht Hagen nicht stoppen. Verdient siegte der Favorit mit 35:30 (18:13) im Smidt Forum vor 500 Zuschauern. Das sah auch LTV-Trainer Frank Lorenzet so: „Wir haben nur eine durchschnittliche Leistung gezeigt. Zuviel hat nicht gepasst. Das reicht dann gegen eine Mannschaft wie Hagen einfach nicht.“
Die Gäste wollten von Beginn an keinen Zweifel über ihren Sieg aufkommen lassen und gingen sehr konzentriert zur Sache. Hagens Coach Lars Hepp überraschte seinen ehemaligen Trainer Lorenzet mit einer verschobenen 4:2-Abwehr, die vor allem LTV-Regisseur Valdas Novickis lahmlegen sollte. Lorenzet konterte diese Taktik und setzte fortan im Angriff regelmäßig den siebten Feldspieler ein. Die Abwehr inklusive der Torhüter Ante Vukas und Daminan Bungart (ab 35.) war aber weiterhin der Schwachpunkt der Gastgeber. So nahmen die Hagener einen ordentlichen Vorsprung mit in die Kabine.
Nach der Pause packten die Leichlinger ihr Kämpferherz aus. Unerwartet gelang nach einem 16:20-Rückstand (35.) der 23:23-Ausgleich (42.). Einige Leichlinger Fehler zum völlig falschen Zeitpunkt bestrafte der Gast dann aber gnadenlos mit vier schnellen Treffern zum 23:27 (46.). „Da war dann bei uns die Luft raus“, musste Lorenzet zugeben. Während die Hagener immer wieder frische Leute ins Rennen werfen konnten, lief der LTV personell und konditionell auf der letzten Rille.
 
LTV: Fuchs (n.e.), Vukas, Bungart; Padeken (6), Kreckler (6/1), Hansen (5), Lajnef (5), Barwitzki (3), Lange (2), Hilger, Novickis, Zechmeister (alle 1), Natzke (n.e.)
 
Quelle: Bergischer Volksbote Burscheid
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LTV verliert gegen die eigene Spielidee

Als Frank Lorenzet nach der Niederlage gegen Eintracht Hagen (30:35) noch ein paar Worte zum Spiel sagen sollte, musste er vor allem eines: verlieren üben. Das gelang dem Trainer des Westdeutschen Handballmeisters Leichlinger TV, der sonst vor allem nach Misserfolgen für seine Wutausbrüche berüchtigt ist. "Wir haben verdient gegen die beste Mannschaft der Liga verloren", gestand Lorenzet zerknirscht ein - und fügte an: "Bei uns musste alles passen, aber das war nicht so."
Dabei lieferte seine verletzungsgeschwächte Mannschaft einen bisweilen irren Handball-Fight. Hagen begann stark, drückte und schien mit dem LTV kurzen Prozess machen zu wollen. Doch von Lorenzet angepeitscht, kämpften sich die "Pirates" immer wieder heran. "Wir haben dann zwei, drei Chancen zu viel liegen lassen", bemängelte der Coach. Rückraumspieler Carsten Lange stimmte zu: "Wir bekommen zu viele einfache Tore. Das ist dann natürlich hinten raus schwierig."
Doch der entscheidende Treffer blieb aus. Das Spiel kippte nicht. "Uns hat der Spirit gefehlt", führte Lorenzet seine Mängelliste weiter. "Vor allem Ante Vukas stand völlig neben sich. Die Rückraumschützen hatten wir nicht im Griff und in der letzten Auszeit habe ich auch nur noch leere Gesichter gesehen. Da wusste ich: es ist vorbei." Nach den starken Auftritten in Dormagen und gegen Longerich habe er bereits eine "Kopfkrise" befürchtet, die die Niederlage in Neuss und die Kreuzbandverletzung des Top-Torschützen Mike Schulz noch verstärkt hätten.
In der entscheidenden Phase kassierte der LTV viele Weitwurftore, als die Torhüter zugunsten eines siebten Feldspielers ausgewechselt wurden. "Das ist nun mal das Risiko", sagte Lorenzet über die "Zurücküberraschung", mit der er gehofft hatte, Hagen aus dem Konzept zu bringen. Diese taktische Maßnahme sei "das Beste am ganzen Spiel" gewesen. "Sechs gegen Sechs machen wir kein Tor. Sechs gegen Sieben war deutlich besser. Da kamen wir ran. Dann kann das ja so schlecht nicht gewesen sein." Auch Lange betonte: "Das taktische Mittel war nicht das Problem. Wir haben vorne zu viele Bälle verloren." Doch das Duell mit Hagen-Coach Lars Hepp, einst Spieler unter Lorenzet, sei wie "eine Partie Schach gegen mich selbst" gewesen.
Lob gab es für Schulz-Vertreter David Kreckler. "Bei ihm weiß ich was ich habe", sagte Lorenzet. Auf den 34-Jährigen wird er auch beim kommenden Auswärtsspiel gegen die HSG Krefeld bauen müssen. "Gegen Krefeld und Lemgo haben wir eine realistische Chance", sagt Lorenzet. "Aber da brauchen wir Emotionen und müssen alles raushauen."

LTV: Vukas, Bungart - Kreckler (7), Lange (4) Hansen (3), Padeken (4), Hilger (2), Lajnef (4), Novickis (1), Barwitzki (4), Zechmeister (1)

Quelle: Rheinische Post

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