Presseberichte: Neusser HV - Leichlinger TV

"Wir sind betrogen worden"

Der Neusser Dennis Aust (am Ball) steuerte vier Treffer zum Heimsieg seines Teams bei. Tim Hilger bleibt in dieser Szene nur die Rolle des Zuschauers (Foto: Woitschützke für Rheinische Post)
Der Neusser Dennis Aust (am Ball) steuerte vier Treffer zum Heimsieg seines Teams bei. Tim Hilger bleibt in dieser Szene nur die Rolle des Zuschauers (Foto: Woitschützke für Rheinische Post)
Frank Lorenzet war richtig sauer: „Wir sind hier betrogen worden.“ Die Hauptverantwortlichen für die 30:35 (15:18)-Niederlage am Freitagabend beim verlustpunktfreien Tabellenzweiten Neusser HV standen für den Coach der Leichlinger Drittligahandballer fest: „In der Schlussphase haben die Schiedsrichter eine ganze Serie krasser Fehlentscheidungen getroffen. Alle zu unserem Nachteil. Das war spielentscheidend.“ 
Dass seine Mannschaft nicht den besten Tag erwischt hatte, räumte Lorenzet allerdings auch ein. Nach den emotionalen Siegen gegen Dormagen und Longerich wirken seine Spieler ausgelaugt. Die Neusser legten ein hohes Tempo vor und nutzten geschickt die Räume in der löchrigen LTV-Abwehr. Über 0:2 (2.) gerieten die Leichlinger 2:6 (7.) in Rückstand. Bei Torhüter Ante Vukas konnte sich der LTV bedanken, dass der Pausenrücktand noch im Rahmen blieb.
Mit der ersten taktischen Veränderung nach der Pause traf Lorenzet dann direkt ins Schwarze. NHV-Spielmacher Daniel Pankofer bekam mit Moritz Barwitzki einen persönlichen Bewacher an die Seite gestellt. Ohne den Regisseur wirkte der Neusser Angriff kopflos. Einen 15:20-Rückstand konnte der LTV innerhalb weniger Minuten zum 20:20 (37.) ausgleichen. Als der LTV beim 24:23 (46.) zum ersten Mal in Führung ging, lagen die ersten Minuspunkte für die Neusser in der Luft. Doch was sich dann abspielte, machte die Leichlinger fassungslos.
„Ein grobes Foul gegen uns beim Tempogegenstoß bleibt ungeahndet, zwei klare Neusser Stürmerfouls werden mit Siebenmeter und einer  Zeitstrafe gegen uns gepfiffen“, fasste Lorenzet die gröbsten Schmitzer der Unparteiischen in der hektischen Schlussphase zusammen. Die Moral der konsternierten Leichlinger war durch die Fehlentscheidungen und spätestens beim 26:30 (53.) gebrochen. Zudem kassierten die unzufriedenen LTV-Spieler nun viele Zeitstrafen wegen Meckerns. Zweimal Padeken, Hansen und Kreckler mussten in den letzten zehn Spielminuten vom Feld.
 
Leichlinger TV: Vukas, Bungart, Fuchs; Novickis (6), Schulz (6/2), Hansen (5), Hilger (4), Lange (3), Kreckler (3/2).Padeken (1), Barwitzki (2), Zechmeister
 
Quelle: Bergischer Volksbote Burscheid
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Leichlingen verliert, Lorenzet poltert

Auf die Frage, warum es am Ende nicht gereicht hat, lieferte Frank Lorenzet eine trockene Antwort: "die Schiedsrichter." Der Trainer-Manager des Handball-Drittligisten Leichlinger TV fühlte sich nach der Partie beim Spitzenreiter Neusser HV von den Unparteiischen Jonathan Winter und Maximilian Winter betrogen: "So wird der Sport ad absurdum geführt", kritisierte der Coach und polterte weiter: "Mit Fairness hatte das nichts zu tun."
Seine Mannschaft unterlag dem weiterhin punktverlustfreien Tabellenführer 30:35 (15:18) und kassierte damit die erste Niederlage nach einer Siegesserie von fünf Spielen. Der Reihe nach: Nach den überzeugenden Spielen beim TSV Bayer Dormagen (31:29) und gegen den Longericher SC (36:33) fand der LTV nur schwer in die Partie. "Das war wenig verwunderlich", sagte Lorenzet mit Blick auf die "emotionalen Höhepunkte" in den Topspielen zuvor. Lorenzet nahm eine frühe Auszeit, um etwas Ordnung in die eigenen Reihen zu bekommen. In der Folge steigerte sich der LTV, benötigte aber eine Weile, um das Ergebnis wieder ausgeglichen zu gestalten. LTV-Keeper Ante Vukas hielt die Partie mit starken Paraden offen.
"Neuss war uns in der ersten Hälfte definitiv überlegen", meinte Lorenzet, der nach der Pause Neuzugang Moritz Barwitzki für die Neusser "Waffe" Daniel Pankofer abstellte. Die Manndeckung zahlte sich aus: Nach der Pause verkürzte der LTV und Kapitän Tim Hilger erzielte mit dem 24:23 (46.) gar die Führung der Gäste. Das Momentum lag auf der Seite der Leichlinger, befand Lorenzet. "Bis dahin haben die beiden ordentlich gepfiffen, aber dann ging es los."
Der Leichlinger Coach beklagte sich über "sechs bis sieben krasse Fehlentscheidungen", die sein Team zurückwarfen. "Wir haben in dieser Saison schon häufiger die Biege geschafft. Das war wegen der Schiedsrichter für uns aber unmöglich", sagte Lorenzet, der zugleich betonte: "Ob wir am Ende tatsächlich gewinnen, ist Kaffeesatzleserei. Wir wurden aber definitiv unserer Chance beraubt."
Als die Gastgeber sich wieder absetzten, lag der LTV mental am Boden. Zu allem Überfluss verletzte sich Toptorschütze und Rechtsaußen Mike Schulz am Knie. "Wir befürchten das Schlimmste", sagte Lorenzet, dessen Ärger auf das Schiedsrichter-Gespann zunächst aber überwog: "Warum bei einem solchen Spiel keine Bundesliga-Schiedsrichter eingesetzt werden, ist mir ein Rätsel." Zeit zum Ärgern bleibt nicht. Schon am Freitag (20 Uhr, Smidt-Forum) kommt der VfL Eintracht Hagen zum nächsten Topspiel nach Leichlingen.

LTV: Vukas - Lange (3), Hilger (4), Hansen (5), Novickis (6), Padeken (1), Schulz (6/2), Barwitzki (2), Kreckler (3/2).

Quelle: Rheinische Post------------------------

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