Presseberichte zum 27:35 (12:12) gegen den Tus Ferndorf

LTV bricht ein

Handball-Drittligist Leichlinger TV verliert das Spitzenspiel gegen den TuS Ferndorf 27:35 (12:12). Die erste Heimniederlage dieser Saison "verdient" sich die Lorenzet-Truppe durch einen Einbruch in der zweiten Halbzeit.

Sollte es am Sonntagnachmittag jemanden gegeben haben, der nach der ersten Halbzeit die Halle am Hammer verlassen hatte, er hätte sich wohl schwer getan, das Endergebnis von 27:35 zwischen dem Leichlinger TV und dem TuS Ferndorf zu verstehen. Diejenigen, auf den sehr gut gefüllten Rängen, die die gesamten 60 Minuten des Spitzenspiels der Dritten Liga West gesehen hatten, mussten derweil mitansehen, wie sich der Einbruch der Gastgeber nach dem Seitenwechsel vollzog.

Mit 12:12 war es in die Kabinen gegangen in einem Spiel auf keinem atemberaubendem, aber extrem spannenden Niveau. Und die Vorzeichen für den Wiederbeginn standen aus LTV-Sicht in Form doppelter überzahl äußerst günstig. Doch statt sich selbst womöglich entscheidend abzusetzen, stand es plötzlich (über 12:15) 13:18 (38. Minute). Schon zu diesem Zeitpunkt machte sich erkennbar Resignation auf breiter Front bei den Leichlingern breit, so dass Trainer Frank Lorenzet die Auszeit nicht etwa zur Kritik nutzte, sondern zum Hinweis, doch bitte denn Kopf oben zu lassen und sauber weiterzuspielen. Doch seine Worte gingen auf dem Weg zu seinen Spielern irgendwo verloren. Fortan stimmte überhaupt nichts mehr.

Bestes Beispiel: Ferndorfs Youngster Julian Schneider — ein wendiger wie schmächtiger Akteur — spazierte insgesamt sechsmal durch die Deckung, selbst bei überzahl der Gastgeber. Gegen Ende löste sich die Abwehr der Blauen (war zwischendurch mal offensiv) dann in Gänze auf, und einem sehr ruhig und beherrscht wirkenden Lorenzet blieb nur das Kopfschütteln. Es war die erste Heimniederlage für den LTV in der laufenden Saison, und ein Spiel, in dem die Unparteiischen sehr schnell Zwei-Minuten-Strafen gaben. So war Rainer Hantusch schon nach 24 Minuten schon das 2. Mal auf der Bank.

Eklatant war einmal mehr die Schwäche der Blütenstädter vom Siebenmeter-Punkt: 1/5 lautete die gemeinschaftliche Bilanz der Herren Kreckler, Jansen, Aschenbroich und Munkel. Warum sie es in fast allen Versuchen gegen den früheren Leichlinger Keeper Max Hamers mit hohen Würfen versuchten, wird ihr Geheimnis bleiben.

LTV: Nippes, Aumann — Aschenbroich (5), Born (5), Menzlaff (4), Jansen (4), Pallach (3), Munkel (3/1) Lajnef (2), Wunderlich (1), Kreckler, Hantusch, Buss (n.e.)

Quelle: Rheinische Post
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Zum Abschluss ein Debakel

Frank Lorenzet brüllte. Und zwar mächtig. Gerade hatte Max Hamers, einst beim Leichlinger TV im Tor, mal wieder einen Wurf eines LTV-Akteurs entschärft und dafür gesorgt, dass sein Team, der TuS Ferndorf, knapp 20 Minuten vor dem Ende weiterhin mit 20:15 vorne lag. "Kopf hoch und kämpfen“, lautete die in hoher Phonzahl an die Pirates gerichtete Aufforderung des Coaches. Doch mit Kampfeswillen allein war den Gästen am Sonntagnachmittag vor über 400 Zuschauern nicht beizukommen. Der Drittligist aus Leichlingen kassierte mit 27:35 (12:12) letztlich eine verdiente und auch in dieser Höhe berechtigte Pleite.

Es fing bereits wenig berauschend für die Gastgeber an. Beim Stand von 2:2 vergaben die Pirates gleich zwei Siebenmeter hintereinander — beide Male parierte Hamers, der im weiteren Verlauf der Begegnung viele starke Aktionen hatte, glänzend. Anstatt selbst zu führen, geriet die Lorenzet-Truppe mit 2:4 in Rückstand.

Kurz darauf folgte eine der wenigen richtig starken Phasen des LTV, als durch vier Treffer in Folge aus dem 5:7 ein 9:7 wurde. Ferndorf ließ sich aber dadurch nicht beirren und zog mit seiner physisch deutlich kleineren, dafür aber ebenso wendigeren Besetzung weiterhin konsequent sein Spiel auf. Und die Gäste hatten einen Max Hamers im Tor, der auch den dritten Siebenmeter der Hausherren abwehrte. Kurz vor der Pause blieb es Bastian Munkel vorbehalten, immerhin im vierten Siebenmeter-Versuch den ersten Treffer von der Linie zu erzielen. Eine denkbar schlechte Quote in einem Spitzenspiel, die auch nicht besser wurde, als Munkel nach dem Seitenwechsel den nächsten Versuch von der Linie kläglich vergab und mit dazu beitrug, dass sich Ferndorf durch drei Treffer in Folge auf 12:15 absetzte — und das in lediglich drei Minuten.

"Das hat meine Mannschaft extrem verunsichert. Bis dahin waren wir ja trotz unserer vergebenen Großchancen gut im Rennen. Als wir dann aber zum ersten Mal mit drei Toren hinten lagen, haben wir angefangen, zu viel nachzudenken“, analysierte Frank Lorenzet.

In der 37. Minute besangen die knapp 40 mitgereisten Ferndorfer Fans lautstark den sich anbahnenden Sieg, denn zu diesem Zeitpunkt führte ihr Team schon mit 18:13. Zehn Minuten später hatte Ferndorf auf 26:18 erhöht, ein Debakel schien sich für die fahrigen Gastgeber anzubahnen. Denn immer wieder kamen die Gäste zu leichten Treffern, spazierten ihre schnellen Angreifer durch die Abwehr der Pirates. Diese kämpften zwar tapfer, konnten dem Spiel aber keine Wende mehr geben. Ferndorf brachte den Erfolg souverän nach Hause. Ein ernüchternder Jahresabschluss für den Leichlinger TV, der es mit dieser Niederlage versäumt hat, sich eine gute Ausgangslage für das neue Handball-Jahr zu verschaffen.

Bei den Gastgebern ragte kein Akteur heraus — einige der Lorenzet-Schützlinge hatten zwar durchaus starke Momente, es fehlte jedoch letzlich die Konstanz. Und das war gegen den TuS Ferndorf nicht zu kompensieren. Ebenso wenig konnte der LTV seine zum Teil haarsträubende Chancenverwertung wettmachen, die Leichlinger brachten nicht nur lediglich einen Siebenmeter im Kasten des Gegners unter, auch etliche gute Chancen nach Gegenstößen konnten nicht verwertet werden. So erklärt sich auch die hohe Pleite gegen die effizienteren Gäste.

"Wir konnten gegen keines der Top-Teams in der Hinrunde gewinnen, das ist ein Fakt. Von daher stehen wir nun auch nicht umsonst nicht auf einem der ersten Plätze“, lauteten die Schlussworte eines enttäuschten Leichlinger Trainers.
Leichlinger TV: Nippes, Aumann; Aschenbroich (5), Born (5), Jansen (4), Menzlaff (4), Pallach (3), Munkel (3/1), Wunderlich (1), Kreckler, Hantusch. 

Quelle: Ksta

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