Presseberichte zum 28:28 (13:15) gegen den Tus Wermelskirchen

Derbysieg aus der Hand gegeben

Einen Punkt gewonnen oder einen Punkt verloren — darüber wurde wohl nach dem Derby-Thriller zwischen dem Leichlinger TV und dem TuS Wermelskirchen, der beim 28:28 (13:15) keinen Sieger fand, noch längere Zeit diskutiert. Beide Teams hätten gute Argumente für eine unterschiedliche Betrachtungsweise vorbringen können, wobei die Gäste vielleicht die nachhaltigeren Begründungen besaßen.

Schließlich hatten sie, als es dem Ende entgegen ging, mit 28:25 (55.) vorne gelegen. Doch Leichlingen gab nicht auf, kämpfte sich Tor um Tor heran und glich in der 58. Minute zum 28:28 aus.

Danach mussten die Pirates allerdings von Glück reden, dass der Nachbar gleich mehrfach nur das Gehäuse des LTV-Kastens traf. Auf der anderen Seite hätte sich auch keiner der beiden Trainer beschweren können, wenn es in der Schlussphase noch je einen Siebenmeter für den Gegner gegeben hätte. Was wesentlich für einen Punktverlust der Pirates spricht, ist, dass sie den Tabellenführer nach einem ausgeglichenen Start (4:4) an die Wand gespielt und sich dabei auf 11:6 abgesetzt hatten.

Diese bärenstarke Phase der Gastgeber nahm dann aber an Vehemenz ab, Wermelskirchen kam nun besser in Spiel, verkürzte auf 12:11, ehe der LTV nach einer Auszeit noch einmal nachlegte (13:11). Die letzten Minuten der ersten Hälfte gehörten jedoch den Gästen, die sich mit vier Treffern in Folge bis zur Pause einen kleinen Vorsprung erarbeiteten. Nach dem Wechsel ging es spannend weiter. Nun war der LTV wieder am Drücker, glich nach zwei gespielten Minuten zum 15:15 aus und schien sich sieben Minuten später beim 19:17 wieder auf einem guten Weg Richtung Derby-Sieg zu befinden.

Dann aber musste LTV-Abwehrstratege Jens Buss für zwei Minuten auf die Bank, nachdem er aus Sicht der längst nicht souveränen Unparteiischen als Mitspieler seine Kollegen verbotenerweise angeleitet hatte. "So eine Entscheidung habe ich in den 25 Jahren meiner Tätigkeit noch nie gesehen, und diese Regel ist mir auch nicht bekannt“, kommentierte Leichlingens Trainer erbost die Strafe für Buss.

Als der spielende Co-Trainer auf der Bank saß, schien aus Sicht der Pirates das Unheil seinen Lauf zu nehmen. Wermelskirchen nutzte den Unmut der Leichlinger und deren kurze Schwächephase aus, setzte sich auf 24:22 (48.) ab, doch erneut wollte sich der LTV nicht geschlagen geben. 24:24 hieß es nur wenige Minuten später. Der Rest: siehe oben."Für uns ist es auf jeden Fall ein Punktverlust, auch wenn wir am Ende noch mal zittern mussten, weil Wermelskirchen mit drei Toren vorne lag. Wir hatten es zuvor in der Hand, den Sack zuzumachen, haben es aber mehrfach versäumt“, war Lorenzet verärgert.

Fazit: Die 600 Handball-Fans, darunter gut 150 aus Wermelskirchen, sahen ein packendes, emotionales Derby, über dessen Endergebnis wohl noch ein paar Tage gesprochen wird.

Leichlinger TV: Nippes, Aumann; Aschenbroich (7/2), Jansen (5), Lajnef (4), Wunderlich (3), Munkel (3), Pallach (2), Born (2), Hantusch (1), Menzlaff (1)

Quelle: Ksta online
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Remis-Krimi im Derby

Fußball-Länderspiel oder Handball-Klassiker? Knapp 600 Zuschauer entschieden sich gestern zunächst gegen die Mattscheibe und für das Handball-Derby zwischen dem Leichlinger TV und dem TuS Wermelskirchen. Das war die richtige Wahl: Am Ende einer jederzeit rassigen und kampfbetonten Partie trennten sich die Kontrahenten mit einem 28:28 (13:15)-Unentschieden.

Vor der Pause war das sehenswerte Spektakel fein säuberlich in zwei Abschnitte geteilt. Nach kurzer Abtastphase (4:4) nahm der Gastgeber das Heft des Handelns in die Hand und zog unwiderstehlich auf 10:5 davon. In dieser Phase klappte bei Leichlingen nahezu alles, während der TuS in der Kaninchenrolle zu verharren schien.

Doch nachdem Gästetrainer Lars Hepp Tobias Geske für den glücklosen Roland Mainka ins Tor beordert hatte, wurde das Geschehen auf den Kopf gestellt: Nun kämpfte sich der engagierte TuS in die Partie, spielte wesentlich konsequenter und hatte in Geske einen Torhüter, der seine Hand an die Bälle brachte.

Das hatte Folgen: Der TuS pirschte sich heran, beim 12:11 für Leichlingen versuchte LTV-Trainer Frank Lorenzet das drohende Ungemach in einer Auszeit abzuwenden. Aber vergebens: Aus dem 13:11 für die Hausherren (25.) machten Johannes Clausing, Thomas Küster und der hochmotivierte Frank Berblinger bis zum Seitenwechsel eine Zwei-Tore-Führung für ihre Farben.

Hälfte zwei begann ähnlich wie die ersten 30 Minuten: Der LTV kam mit dem festen Willen aus der Kabine, nicht schon wieder zu Hause gegen den Nachbarn zu verlieren. Ruckzuck wurde der Rückstand erst egalisiert (15:15; 32.) und schließlich in eine Führung verwandelt (19:17; 39.). Danach wogte die Partie hin und her, ehe langsam aber sicher der TuS wieder Oberwasser bekam: 24:22 hieß es für den Gast nach 48 Minuten. Leichlingen glich zwar noch einmal zum 24:24 aus, doch fünf Minuten vor dem Ende hatte sich Wermelskirchen sogar mit drei Toren abgesetzt (28:25).

Aber das war erst der Auftakt einer nervenaufreibenden Schlussphase, in der die Partie eine erneute Wende nahm. Denn nach 57 Minuten war Leichlingen — teils in doppelter überzahl — wieder auf 27:28 heran und glich auch noch aus (58.).

Dann rauften sich die Gäste allerdings die Haare, weil Berblinger und Clausing gleich dreimal nur den Pfosten trafen — Clausing 30 Sekunden vor dem Ende sogar nur den Innenpfosten. 27 Sekunden vor Schluss waren die Gastgeber somit in Ballbesitz, Lorenzet nahm eine Auszeit. Aber die letzten taktischen Anweisungen fruchteten nicht mehr.

Am Ende jubelte der TuS, obwohl aus den greifbar nahen zwei Punkten nur einer geworden war. Aber auch die Zuschauer durften sich über ein Derby freuen, das hart aber herzlich geführt wurde, Spannung bis zur Gesundheitsgefährdung bot und auch mit Kuriositäten gesegnet war: So erhielt Leichlingens Co-Trainer Jens Buss eine Zeitstrafe wegen Coachens.

Und acht Minuten vor dem Ende verbannten die alles andere als sicheren Unparteiischen einen Zuschauer aus der Halle. Er hatte eineTrillerpfeife dabei — und davon wohl auch unerlaubt Gebrauch gemacht.

Quelle: Bergische Morgenpost
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Hin und her, hin und her

Was für ein Spiel. Was für ein Kampf. Was für eine Dramatik. Der Leichlinger TV und der TuS Wermelskirchen trennten sich gestern Abend in der Sporthalle Am Hammer nach höchst spannendem Verlauf in der 3. Liga gerechterweise mit 28:28 (13:15).

Und noch lange nach dem Abpfiff diskutierten die Protagonisten beider Seiten, wie sie das Resultat einordnen sollten. Beide hatten Grund, sich zu ärgern.Und beide hatten Grund, sich zu freuen.

Der Gastgeber führte mit 10:5 (15.), war in dieser Phase der ersten Halbzeit sogar in überzahl. Trotzdem lag er zur Pause mit zwei Treffern zurück. Leichlingen schien vier Minuten vor Schluss auf der Verliererstraße (25:28, 56.), schaffte trotzdem noch den Ausgleich.

Logisch, dass man dies beim Team von Lars Hepp ganz anders bewertete. Alles sah anfangs nach einem Debakel aus - siehe oben - ehe einige Wechsel (unter anderem kam Christoph Gelbke für Johannes Sonnenberg) mehr Struktur ins Spiel brachten. Auch der 17:19-Rückstand nach der Pause irritierte die Gäste nicht. Mehr noch: Vier Minuten vor Schluss war der Erfolg der proppenvollen Höhle des Löwen zum Greifen nah.

Doch: zwei Zeitstrafen gegen den TuS und zwei Pfostentreffer durch den überragenden Frank Berblinger und Johannes Clausing brachten Wermelskirchen um den Lohn für den nimmermüden Einsatz. Ein Wahnsinnsmatch!

"Ich wollte nach den verlorenen Auswärtsspielen in Edewecht und Ferndorf eine Reaktion sehen", merkte TuS-Coach Lars Hepp an. "Die habe ich gesehen." Auf der anderen Seite fühlte sich sein Pendant Frank Lorenzet durch die Schiedsrichter "benachteiligt". Und spielte wohl auf eine kuriose Zeitstrafe für Jens Buss in der 40. Minute an. Danach schlug die Waage wieder zu Gunsten des Nachbarn aus.

Hin und Her. Her und Hin. Ein Spiel für Handballfreunde mit Herzproblemen war's definitiv nicht. Und für Sportästheten auch nicht. Aber mal ehrlich: Hatte das jemand angesichts dieser Konstellation erwartet?

Quelle: RGA
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Lange leichlinger Gesichter

Drittligist Leichlinger TV trennt sich gestern abend 28:28 (13:15) vom Tus Wermelskirchen und hatte viel Glück.

Die "Piraten von der Wupper“ wollten vor 600 Zuschauern viel und legten entsprechend los: Nach einer zehnminütigen, ausgesprochen zähen Abtastphase zogen die leicht favorisierten Gastgeber ziemlich locker davon. Beim 10:5, das der überzeugende Rechtsaußen Achim Jansen erzielt hatte, sprach auch alles für den Drittliga-Vierten.

Wermelskirchen hatte bis zum 12:9 (22. Minute) wenig bis nichts zu bestellen, profitierte in der Folge aber von einer blutleeren Vorstellung des Kontrahenten, ohne selbst zu überzeugen. Der ehemalige Düsseldorfer Profi Frank Berblinger schaffte mit einem sehenswerten Dreher aus spitzem Winkel die 15:13-Pausenführung nach einem feinen 10:3-Lauf des Spitzenreiters.

Mit Wiederanpfiff wurde die faire Partie keinen Deut besser. Akzente beim LTV, der binnen kürzester Zeit den Rückstand aufholte, setzten Linksaußen Ousse Lajnef und Torhüter Stefan Nippes. Beide Abwehrreihen hatten ansonsten wenig Mühe. Wermelskirchen wechselte deutlich mehr, war beweglicher und hatte auch mehr Mut zum Risiko: Allen voran der junge Mittelmann Christoph Gelbke. Der Solinger Kreisläufer Julian Renninger, nach der Pause eine knappe Viertelstunde im Angriff von Coach Lars Hepp aufgestellt, blieb blass.

Leichlingens Trainer Frank Lorenzet musste in der spannenden Schlussphase seine Deckung ganz offensiv agieren lassen, weil Wermelskirchen mit dem treffsicheren Berblinger enteilt war. In Unterzahl machte der Witzheldener Johannes Sonnenberg das 28:25. Der für den verletzten Lajnef gekommene starke Linksaußen Nico Wunderlich schaffte das 28:28, weil Stefan Nippes, um Längen besser als die Tus-Keeper, mit dem Glück des Tüchtigen wichtige Bälle parierte. 27 Sekunden blieben dem LTV sogar noch Zeit — es passte zum mäßigen Auftritt, dass sich keine zwingende Chance mehr bot.

Quelle: Solinger Tageblatt

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