Presseberichte zum 30:27 (12:8) gegen die TSG Altenhagen/Heepen

Buss: Haltestelle und Türöffner

Ein halbes Dutzend Mal ist er in dieser Saison aufgelaufen für den Leichlinger TV. Immer waren es "absolute Ausnahmen". So auch am Freitag, als Jens Buss (Bild) mal wieder in die Abwehr einrückte, um den Stabilisator zu geben.

"Es herrscht noch etwas Verunsicherung im Team. Deshalb haben wir entschlossen, dass ich spiele", erzählte der 39-Jährige, der eigentlich Co-Trainer der LTV-Handballer ist und mit ausgewachsenen Knorpelschäden in beiden Knien kämpft.

Aber beim 30:27 (12:8) über die TSG Altenhagen-Heepen zum Rückrundenauftakt verkörperte Buss mal wieder die Haltestelle für gegnerische Angreifer. Und nicht nur das. Nachdem sich seine Nebenleute zu Beginn am Schlussmann der TSG, Pascal Welge, die Zähne ausgebissen hatten, stürmte der eigentlich aufs Toreverhindern spezialisierte Buss nach vorne und betätigte sich beim ersten Treffer der Partie als Türöffner. Er bereitete den Weg in ein Spiel, von dem schnell klar war, dass es kein Selbstläufer für den LTV werden würde.

Zwar lag Leichlingen beständig in Führung. Allerdings schien es lange, als ob sich das Gros der Hausherren seinen Tag im Gebrauchtwarenhandel besorgt hatte. "Was wir vorne verschossen haben, geht auf keine Kuhhaut", meinte Buss — wobei dies zum Großteil der Verdienst von Welge war, der im ersten Abschnitt grandios parierte.

Daneben spielten sich sechs weitere Darsteller in den Vordergrund: die Pfosten und Latten der Tore, die auf beiden Seiten — vor allem durch die Gäste — Belastungstests ausgesetzt wurden. Zudem trat im ersten Abschnitt die Schwäche des LTV bei Siebenmetern (die fast alle vom guten Kreisläufer Maik Pallach herausgeholt wurden) mit Wucht zutage: Drei von vier schlugen fehl (Matthias Aschenbroich, Rainer Hantusch, Buss), bevor Aschenbroich nach der Pause alle Versuche verwandelte.

Dass sich die Hausherren Am Hammer lange schwertaten, war aber auch dem Gegner geschuldet, der willig und konditionell auf der Höhe war. Die TSG brachte den LTV nahe an den Kontrollverlust, als sie Mitte der zweiten Hälfte ausglich. Allerdings behielten die Gastgeber die Nerven, als der Sieger am Ende im offenen Schlagabtausch ermittelt wurde. Bei allen gezeigten Schwächen: "Die Hauptsache sind die zwei Punkte", resümierte Buss — bevor er in die Kabine humpelte.

LTV: Nippes, Aumann (n. e.) — Aschenbroich (9/4), Pallach (5), Kreckler (4), Menzlaff (3), Munkel (3), Born (2), Buss (2/1), Wunderlich (2), Jansen, Lajnef, Hantusch.

Quelle: Rheinische Post
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Ohne Glück und Geduld

Die TSG Altenhagen-Heepen ist mit einer 27:30 (8:12)-Niederlage beim Leichlinger TV in die Rückrunde der 3. Handball-Liga gestartet. Am Ende fehlte der TSG das nötige Glück, aber auch die Cleverness, um einen echten »big point« im Abstiegskampf zu landen. Ohne die angeschlagenen Carsten Kappelt und Florian Öttking, die in der Sporthalle am Hammer in Leichlingen auf der Tribüne saßen, startete die TSG den Versuch, das »Piratennest« des Gegners zu stürmen.Â

In der Anfangsphase zeichnete sich ein torarmes Spiel mit zwei starken 6:0-Abwehrreihen ab. Beim 3:6 (15.) nahm das TSG-Trainergespann Pierre Limberg/Martin Räber eine erste Auszeit. »Wir sind mit zu wenig Selbstvertrauen gestartet«, monierte Räber. Der Angriff blieb gegen die robuste Deckung der »Pirates« ohne Effektivität. Hinzu kamen zig Pfosten- und Lattentreffer sowie zwei vergebene Siebenmeter; die Gäste mussten so ständig einem Rückstand hinterherlaufen. »Wir haben klarste Chancen einfach nicht genutzt und sind immer wieder am gegnerischen Torwart oder am Pfosten gescheitert«, sagte Geschäftsführer Manfred Quermann in der Pause. Dass es zu diesem Zeitpunkt »nur« 8:12 aus Bielefelder Sicht stand, hatte die TSG in erster Linie ihrem Keeper zu verdanken. Quermann: »Pascal Welge hat uns im Spiel gehalten.«

Nach dem Seitenwechsel zunächst das gleiche Bild: Beim 13:11 durch Jens Limbach (33.) keimte Hoffnung auf, doch Leichlingen konterte und legte wieder einen Viertore-Vorsprung (16:12, 37.) hin. Als Michael Boy auf 16:15 (40.) verkürzte, war die Wende greifbar. Christopher Kunisch und Pierre Limberg per Siebenmeter sorgten in überzahl für den Ausgleich zum 17:17, der wenig später auch noch einmal Kunisch (18:18, 43.) gelang. »Da dachte ich, dass hier was gehen könnte«, sagte Co-Trainer Matze Räber.

Doch dann kassierte die TSG drei Tore in Folge und musste wieder hinterherlaufen. Als Tobias Fröbel und Daniel Meyer eine Zeitstrafe kassierten, setzte sich der LTV auf 26:21 ab — die Vorentscheidung? Noch nicht, die TSG kämpfte verbissen weiter, nahm beim 27:22 (54.) eine Auszeit und ließ drei Tore am Stück (Limberg, Limbach, Ortmann) folgen. Nun nahm LTV-Coach Frank Lorenzet ein Timeout und schwor seine Mannschaft auf den Endspurt ein. Erst als Born das 29:25 (59.) für Leichlingen erzielte, war der Widerstand der TSG endgültig gebrochen.

»Bei so einem Gegner mit drei Toren zu verlieren, ist aller Ehren wert«, resümierte Räber, der fehlendes Glück (»Was wir an Pfosten und Latte geworfen haben, reicht für eine ganze Saison«) und »zu wenig Geduld in den entscheidenden Phasen« für die knappe Niederlage verantwortlich machte.


Quelle: Westfalen-Blatt
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Latte und Pfosten zu oft im Weg


Der erhoffte Befreiungsschlag ist ausgeblieben. Handball-Drittligist TSG Altenhagen-Heepen verlor gestern Abend mit 27:30 (8:12) beim Leichlinger TV und bleibt damit in akuten Abstiegsnöten. Die Bielefelder boten in der Sporthalle am Hammer zwar einen großen Kampf, vergaben unter dem Strich aber zu viele Chancen, um für einen Sieg in Frage zu kommen. 
Die TSG musste in Leichlingen erneut ohne Carsten Kappelt antreten: Der Rückraumspieler verspürt wieder Schmerzen in seinem lädierten Fuß und verzichtete auf ärztliches Anraten auf einen Einsatz. Außerdem fehlte weiterhin Linksaußen Florian Öttking.
Beide Teams gingen hoch motiviert in das erste Punktspiel des neuen Jahres. Die TSG hatte sich nach intensiven Trainingseinheiten rund um die Weihnachtstage viel für den Rückrundenauftakt vorgenommen und beim Kreispokal Selbstvertrauen getankt. "Die Jungs lachen wieder. Selbst ein Christopher Kunisch hat Emotionen gezeigt", meinte Martin Räber nach dem Finalsieg gegen Spenge. Doch auch der Tabellenfünfte aus Leichlingen war "heiß": Er hatte sein letztes Heimspiel mit 27:35 gegen Ferndorf verloren und wollte die erste Heimniederlage der Saison unbedingt durch ein Erfolgserlebnis wettmachen. 
Obwohl also beide Teams großen Tatendrang bekundet hatten, kam die Partie nur schleppend in die Gänge. Nach fünf Minuten stand es aufgrund vieler Fehlpässe und ungenauer Abschlüsse erst 1:1, nach elf Minuten gerade einmal 3:3. Anschließend leisteten sich die Gäste dann eine beinahe zehnminütige Torflaute — allein in der ersten Halbzeit gingen acht Bälle an die Latte oder den Pfosten —, so dass Leichlingen sich auf 6:3 absetzen konnte. 
Dank vieler guter Paraden von Torhüter Calli Welge, der sich in den ersten 30 Minuten in starker Form präsentierte und unter anderem drei Siebenmeter abwehrte, kämpften sich die Bielefelder noch einmal auf 8:10 heran, ehe einige Unkonzentriertheiten Leichlingen wieder auf vier Treffer enteilen ließen. 
Nach dem Wechsel ähnelte die Partie zunächst stark den Ausschlägen eines Jojo: Immer wieder kam die TSG bis auf zwei Tore auf, doch genau so regelmäßig zogen die Gastgeber wieder weg. Beim 17:17 und 18:18 sprach dann vieles für eine Wende, doch binnen 70 Sekunden ließen sich die Gäste mit drei Gegentreffern in Folge zum 18:21 schnell die Butter vom Brot nehmen. Und spätestens in der 50. Minute, in der die TSG in doppelter Unterzahl das 21:26 hinnehmen musste, war die Begegnung entschieden. Obwohl die Bielefelder nie aufsteckten, konnten sie die Niederlage nicht mehr verhindern.

Quelle: nw-news.de

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