Presseberichte zum 30:30 (13:16) beim Tus Wermelskirchen

Punktgewinn nach Slalomfahrt

Die Intensität der gerade beendeten Partie ließ sich an Maik Pallach ablesen: abgekämpft, zerzauste Frisur, rote Wangen. So saß der Kreisläufer in der Halle — dabei hatte er gar nicht gespielt. "Von draußen zuschauen war schlimmer als mitzuspielen", meinte der 30-Jährige, den eine abklingende Lungenentzündung beim Derby seines Leichlinger TV beim TuS Wermelskirchen in die passive Rolle am Spielfeldrand zwang.

"Unterm Strich muss man damit einverstanden sein", sagte Pallach 
nach dem 30:30 (13:16). Zuvor hatten die Drittliga-Handballer aus der 
Blütenstadt ihre Fans unter den rund 600 Zuschauern auf eine Slalomfahrt 
mitgenommen. Nach ausgeglichenem Start erarbeitete sich der TuS Vorteile, 
spielte die Defensive der Gäste quasi schwindelig, ging 10:4 in Führung. Der LTV wirkte angeschlagen, kam aber umgehend zurück, als er Christoph Gelbke in den Griff bekam. Die Verbindung des bis dahin umsichtigen Strippenziehers der Wermelskirchener Offensive zu seinen Nebenleuten wurde per Manndeckung durch Ousse Lajnef gekappt.

"Das hat uns wieder ins Spiel gebracht", meinte Pallach. Weitere 
Faktoren waren die zunehmende Torgefahr aus dem Rückraum (Matthias Aschenborich, Tim Menzlaff) sowie die Hereinnahme von David Kreckler, der in Hälfte zwei die Anspiele und die Räume, die sich rechtsaußen boten, zu Torerfolgen veredelte. Wie zuvor schon kam aber erneut ein personelles Manko zum Tragen: Pallachs Fehlen am Kreis konnte weder durch Bastian Munkel noch die LTV-Allzweckwaffe Jens Buss aufgefangen werden.

Zwar haderten die Leichlinger hinterher mit der beiden 
Schiedsrichtern, die es mitunter nicht gut meinten mit den Gästen. Allerdings 
trug das Duo beileibe nicht die Verantwortung, dass der TuS gegen Ende einer 
spannenden Schlussphase wieder nach vorne gespült wurde. Da war zum Beispiel noch Lukas Tebbe (acht Tore), gegen den die LTV-Abwehr regelmäßig das Nachsehen hatte.

Zwei Minuten vor Ende war der TuS (er führte 30:28) sogar nur 
sieben Meter vom Sieg entfernt, aber Torwart Stefan Nippes parierte den 
Strafwurf von Frank Berblinger. Im Anschluss ließ sich der LTV sogar in 
Unterzahl — Trainer Frank Lorenzet handelte sich eine Zeitstrafe ein — nicht 
aufhalten, kam durch Menzlaffs Tor zum Remis. Unter dem Eindruck der Endphase sei es "eher ein Punktgewinn für uns", sagte Pallach, während TuS-Akteur Thomas Küster meinte: "Gefühlt haben wir gewonnen."

LTV: Nippes, Aumann (bei zwei Siebenmetern) — Aschenbroich 
(7/1), Jansen (6/3), Kreckler (6), Menzlaff (5), Lajnef (3), Born (2), Munkel 
(1), Buss.

Quelle: Rheinische Post online
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Packendes Derby 

Alles wie gehabt beim Derby: Rund 600 Zuschauer erlebten beste Unterhaltung — wenn nicht gerade auf höchstem Niveau auf dem Spielfeld, dann eben an dessen Rand oder auf der Tribüne. Und: Nach 60 packenden Minuten hatte das Nachbarschaftsduell zwischen dem TuS Wermelskirchen und dem Leichlinger TV erneut keinen Sieger. Wie schon im Hinspiel (28:28) trennten sich die Rivalen mit einem Remis, diesmal hieß es am Ende 30:30 (16:13).

Nach ausgeglichenem Beginn (4:4; 7.) hatte zunächst der 
selbstbewusst auftretende TuS die besseren Karten. Eine gute 5:1-Deckung mit dem quirligen Julian Renninger auf der Spitze und zielstrebiges, klug von Christoph Gelbke eingefädeltes Angriffspiel sorgten für eine zehnminütige Torflaute beim zu diesem Zeitpunkt ziemlich indisponierten Gast und für eine eigene 10:4-Führung (17.). Aber die währte nicht lange — auch, weil LTV-Trainer Frank Lorenzet nach einer Auszeit (19.) Gelbke durch Ousse Lajnef an die kurze Leine legen ließ. Fortan ging dem TuS vorne etwas Dynamik und Spielwitz verloren. Das nutzte Leichlingen, das mangels Alternative (Maik Pallach fehlte verletzt) wechselweise die "ungelernten" Bastian Munkel und Christian Born oder Oldie Jens Buss als Kreisläufer aufbieten musste. Das Team holte trotz dieser Schwächung Tor um Tor auf und verkürzte schließlich durch Rechtsaußen Achim Jansen auf 13:14 (28.), ehe Frank Berblinger und Renninger in letzter Sekunde für den Pausenvorsprung der Wermelskirchener sorgten.
Aber auch der war schnell dahin. Ruckzuck machte Leichlingen aus 
einem 16:18-Rückstand eine 20:18-Führung (40.). Und jetzt nahm das Derby so richtig Fahrt auf: Der LTV preschte voran, aber der TuS ließ nicht locker. Mehr noch: In der packenden Schlussphase schien Wermelskirchen schon auf dem Erfolgsweg, als Frank Berblinger (per Siebenmeter) und Lukas Tebbe den TuS auf 29:27 nach vorne brachten. Johannes Sonnenberg ließ zwei Minuten vor Schluss das 30:28 folgen, aber nun war wieder der Gast am Zug. Nachdem Berblinger einen Siebenmeter zur möglichen Drei-Tore-Führung vergeben hatte, verkürzte Leichlingen und verdaute auch 62 Sekunden vor Schluss eine kuriose Zeitstrafe gegen Trainer Lorenzet — bei eigenem Ballbesitz. Der lange Tim Menzlaff war es schließlich, der 35 Sekunden vor dem Ende den alles in allem gerechten Endstand erzielte. "Wir hatten kurz vor Schluss schon gefühlt gewonnen", haderte TuS-Routinier Thomas Küster mit dem Ergebnis: "Den Vorsprung durften wir uns nicht mehr nehmen lassen."

Quelle: Bergische Morgenpost

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