Presseberichte zum 35:36 (12:21) gegen den OSC Rheinhausen

Historische Aufholjagd ohne Lohn

Das hat man sich in Leichlingen sicherlich ganz anders vorgestellt. Seit Wochen hatte der LTV in der 3. Handball-Liga West nicht mehr verloren und wollte diese Serie am Freitagabend gegen den OSC Rheinhausen fortsetzen. Aus dem siebten Sieg in Folge wurde jedoch nichts, denn nach einer in der Schlussphase dramatischen Partie unterlagen die Pirates mit 35:36 (12:21). Dabei dürften sowohl die erste als auch die zweite Hälfte in die Annalen der Leichlinger eingehen. Wann lag das Team von Trainer Frank Lorenzet schon einmal nach zehn Minuten mit 1:8 vor eigenem Publikum hinten? Und das gegen eine Mannschaft, die zwar laut Papier über Erfahrung verfügt und Klasse besitzen müsste, dies aber in dieser Spielzeit nur unzureichend beweisen konnte.

Leichlingens Angriffe verpufften in der Anfangsphase und endeten immer wieder bei OSC-Keeper Bothe, während die Offensiv-Aktionen der Gäste, meist Gegenstöße, nahezu hundertprozentig in Treffer mündeten. Geschockt von diesem Albtraum-Start lief bei den Hausherren vor fast 500 Zuschauern auch in der Folgezeit nur wenig zusammen. Fahrig im Angriff und nicht konsequent in der Abwehr, konnten die Pirates den Rückstand bis zur Halbzeit nicht reduzieren — da vermochte auch der zwischenzeitliche Keeper-Wechsel keine Änderung herbeizuführen. Weder Stefan Nippes noch Matthias Aumann konnten die Tore-Flut stoppen. Bei den Gastgebern war einfach der Wurm drin. Und dieser Wurm trieb auch noch in den ersten Minuten der zweiten Hälfte sein Unwesen. Dann aber raubte ihm die nun nach einer Umstellung auf doppelte Manndeckung wesentlich effektiver agierende Leichlinger Truppe mehr und mehr die Nahrung.Pirates-Kapitän Kiki Born (zwölf Tore) fungierte als Motor der fulminanten LTV-Aufholjagd, die zur Begeisterung der Fans drei Minuten vor der Schlusssirene beim 34:33 sogar zu einem Leichlinger Vorsprung geführt hatte. Die Wende schien gelungen, ein nicht mehr für möglich gehaltener Sieg war auf einmal zum Greifen nah. Doch nun kassierten die Gastgeber nicht nur zwei Zeitstrafen, sondern auch noch Gegentreffer, so dass der OSC beim 35:36 die Nase wieder vorne hatte.Die Leichlinger hätten mit ihrem letzten Angriff in dieser nun extrem spannenden Partie noch den Ausgleich erzielen können, doch ahndeten die Unparteiischen ein Foul an Kiki Born nicht — der somit fällig gewesene Siebenmeter fiel auch zur überraschung der Rheinhausener aus und die Begegnung ging trotz des furiosen zweiten Abschnitts an die Gäste.

"Ich wusste, dass wir irgendwann mal einen schlechten Tag erwischen würden, und das war heute unsere erste Hälfte. Die war einfach nur katastrophal. Zur Pause habe ich den Jungs gesagt, dass wir jetzt wieder bei Null beginnen würden. Danach hat die Mannschaft eine tolle Vorstellung gezeigt, die am Ende aber auch wegen einer schwachen Schiedsrichterleistung nicht belohnt wurde“, stellte Trainer Frank Lorenzet fest.

LTV: Nippes, Aumann (17.-23.); Born (12), Aschenbroich (7), Jansen (7/3), Buss (4), Kreckler (2), Lajnef (1), Munkel (1), Menzlaff (1), Wunderlich.

Quelle: Ksta online
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Kampf wird nicht belohnt

Etliche LTV-Sympathisanten waren in der Halbzeitpause drauf und dran, die Sporthalle "Am Hammer“ zu verlassen. 12:21 lag der Drittliga-Dritte, der sieben Spiele lang nicht verloren hatte, gegen den wie aus einem Guss spielenden OSC Rheinhausen zurück. Der Gast war im Gegensatz zu den Leichlingern viel zielstrebiger und tat auch das, was beim Handball immer noch am wichtigsten ist: sicher abschließen! Die LTV-Schützen scheiterten reihenweise mit atemberaubend schwachen Würfen. Diese erste Hälfte erinnerte fatal an den desaströsen Heimauftritt gegen Wermelskirchen im Februar 2011, als der viel agilere Erzrivale nach 30 Minuten 19:8 führte und einigermaßen sicher 34:29 gewann.
Mit Wiederanpfiff entwickelte sich vor 500 begeisterten Zuschauern aber ein offener Schlagabtausch, nein, "eine Schlacht", wie Trainer Frank Lorenzet feststellte, in der die "Olympischen“ bis zum 26:18 (38. Minute) alles im Griff hatten und auch beim 28:22 (42.) immer noch wie der sichere Sieger aussahen. 
Doch Leichlingen kämpfte um jeden Zentimeter, eroberte mit einer offensiven Deckung zahlreiche Bälle. Kapitän Christian "Kiki“ Born war nicht zu halten. Matthias Aschenbroich, insgesamt eher schwach, taute noch einmal auf. Ko-Trainer Jens Buss mimte einen starken Kreisläufer. Torhüter Stefan Nippes hielt endlich schwere Bälle. Rechtsaußen Achim Jansen traf sogar ins leere Tor, nachdem die überforderten Schiedsrichter nach einem Kopftreffer gegen Keeper Jens Bothe die immer hektischer werdende Partie nicht unterbrachen. Leichlingen kam mit der Unruhe viel besser klar, schaffte nach 56 Minuten durch Born den Ausgleich, Aschenbroich legte in Unterzahl zum 34:33 (57.) sogar nach. Doch zwei ganz dicke Patzer gestatteten den eigentlich erledigten Gästen das Comeback. Kiki Born spielte einen Pass ins Aus, Bastian Munkel leistete sich einen kapitalen Bock bei dem Versuch, den am Kreis freistehenden Born zu bedienen. Den größten Patzer aber leisteten sich die Herren in Schwarz. Das Gespann Smeetz/Wunder aus Castrop-Rauxel hätte dem vier Sekunden vor dem Abpfiff durchbrechenden Born einen Strafwurf zusprechen müssen: Gegenspieler Tobias Bochwitz war quer durch den Kreis gelaufen. Erstaunlich in diesem Zusammenhang, dass Gäste-Coach Jörg Förderer die Referees für die Leichlinger Aufholjagd verantwortlich machte. "Wir hätten mindestens einen Punkt verdient gehabt“, traf Rechtsaußen Achim Jansen den Nagel auf den Kopf. Und dem ist nach einer heroischen kämpferischen Vorstellung nichts hinzuzufügen — außer vielleicht, dass die OSC-Asse Mirko Szymanowicz (neun Tore) und Marcel Wernicke (7) in der zweiten Hälfte als einzige auftrumpften.



Quelle: Solinger Tageblatt
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Höchster Unterhaltungswert am Hammer

Für Statistiker hinterließ die Partie zwei Zahlen und einen Doppelpunkt: 
35:36. Aber nackte Ziffern sagten selten so wenig über ein Spiel aus. Denn der 
Niederlage des Leichlinger TV gegen den OSC Rheinhausen wohnte einer der 
höchsten Unterhaltungswerte inne, die Handballspiele Am Hammer zu bieten hatten: 
Hitzigkeit, Dramatik und irre Wendungen waren inbegriffen im Eintrittspreis der 
Zuschauer, die dem Spektakel durch eine fast volle Halle — auch dank vieler 
Duisburger Fans — den angemessenen Rahmen gaben.
Für die Hausherren begann der Abend fürchterlich: "In der ersten 
Halbzeit waren wir in allen Belangen katastrophal", sagte LTV-Trainer Frank 
Lorenzet über Torleute, die kaum einen Finger an den Ball bekamen, eine 
lammfromme Abwehr, die dem OSC-Elan nichts entgegenstellte, und einer statischen 
Offensive, die ein Minimum an Gefahr und ein Maximum an Fehlern produzierte. Der 
LTV wurde überrollt: 1:5 (6.), 2:9 (13.), 3:13 (17.), zur Pause: 12:21. 
"Verpennt" habe man Hälfte eins, sagte Christian Born.

Der LTV-Kapitän schwang sich aber — mit zehn Toren nach der 
Pause — zum Rädelsführer einer fulminanten Aufholjagd auf. Plötzlich war sein 
Team wach, willig, kämpferisch, riss den Rheinhausenern (samt dem künftigen 
Leichlinger Andre Loschinski) den fast sicheren Erfolg noch mal aus den Fingern: 
Fünf Minuten vor Ende glich der LTV aus (33:33), kurz darauf lag er vorne 
(34:33, 35:34). Doch gerade als beim OSC-Anhang erstmals so etwas wie Ruhe 
einkehrte, kippte das Spiel erneut: Erst Lorenzet, dann Matthias Aschenbroich 
bescherten dem LTV Zwei-Minuten-Strafen und Bastian Munkels Ballverlust 
Rheinhausen den Gegenstoß zum finalen Treffer der Partie.

Uneinigkeit bestand zwar hinterher bei den Trainern, wer denn 
nun mehr von den Schiedsrichtern (die ihre ungerechten Entscheidungen zumindest 
halbwegs gerecht verteilten) benachteiligt worden sei. Zufrieden zeigten sich 
dennoch beide Seiten. Der OSC ob der beiden Punkte, der LTV, "weil wir in der 
zweiten Hälfte sensationell gekämpft und unser wahres Gesicht gezeigt haben" 
(Lorenzet).

LTV: Nippes, Aumann (14. bis 23.) — Born (12), Jansen (8/3), 
Buss (5), Aschenbroich (5), Kreckler (2), Munkel (1), Menzlaff (1), Lajnef 
(1), Wunderlich.

Quelle: Rheinische Post online
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Pirates verlieren irres Spiel unglücklich

Einen denkbar schlechten Start nach der zweiwöchigen Osterpause gab es für die Drittligahandballer des Leichlinger TV. Vor rund 500 Zuschauern in der proppevollen Sporthalle am Hammer gab es eine unglückliche 35:36 (12:21)-Heimniederlage gegen den OSC Rheinhausen und damit einen Rückschlag im Kampf um die Vize-Meisterschaft.

Die Fans erlebten zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten und eine Achterbahnfahrt der Gefühle ohne happy end für die Gastgeber. Die erwischten einen katastrophalen Start, waren wie gelähmt und 
lagen schon 1:8 (10.) hinten. Davon erholten sich die Pirates lange Zeit nicht 
und sahen über 5:15 (20.) bis zum 17:26 (37.) wie der klare Verlierer aus. Dann fruchteten die taktischen Umstellungen von Coach Frank Lorenzet, der zu Beginn des zweiten Abschnitts auf doppelte Manndeckung umstaltete. Angetrieben vom überragenden Kapitän Kiki Born (Bild), der am Ende satte zwölf Treffer markierte, holten die Hausherren Tor um Tor auf und waren über 24:28 (45.) beim 29:30 (51.) wieder auf Augenhöhe. In der dramatischen Schlussphase überschlugen sich dann die Ergebnisse. Leichlingen ging erstmals beim 34:33 (57.) sogar in Front, bekam dann von den schwachen Schiedsrichtern zwei Zeitstrafen, geriet nochmal mit 35:36 ins Hintertreffen. Im finalen Angriff übersahen die Unparteiischen dann ein klares Foul an Born, was einen Strafwurf zur Folge hätte haben müssen. Das war die endgültige Entscheidung zu Gunsten der Gäste. 
"Glückwunsch an Rheinhausen zum Sieg und Klassenerhalt. In der ersten Hälfte war unsere Leistung unterirdisch und vom OSC sehr stark. Dann hat mein Team das Kämpferherz ausgepackt und ist toll zurückgekommen. Am Ende waren andere für die Niederlage verantwortlich", drückte sich Lorenzet noch diplomatisch aus. 

LTV: Nippes, Aumann (17.-23.); Born (12), Aschenbroich (7), Jansen 
(7/3), Buss (4), Kreckler (2), Lejnef , Munkel, Menzlaff (alle 1), Wunderlich

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