Vorberichte: HSG Lemgo - Leichlinger TV

Ohne Drama zum Geheimfavorit

Es lag der Duft von Marzipan und Lebkuchen in der Luft. Genauer gesagt war es das dritte Adventswochenende, als die Leichlinger in der vorigen Saison den Sprung an die Spitze schafften. Diesmal gelang das kleine Kunststück schneller. Schon im Spätsommer. Gerade einmal drei Spieltage benötigte der Drittligist, um von oben auf die anderen 15 Teams herabzuschauen. Gerne wird ein solches Ereignis von Trainern streng nach Handbuch für solche Fälle kommentiert. Von einer "schönen Momentaufnahme" ist dann zum Beispiel die Rede.

Falls Frank Lorenzet Freude empfindet über das Erobern der Spitze, dann lässt er sie sich zumindest nicht anmerken. Erster Platz? "Das ist irrelevant und mir völlig egal", sagt der Coach des Leichlinger TV. "Wichtig ist nur, dass wir gut spielen und die Punkte holen." Hinsichtlich der Zähler kommen seine Handballer bislang auf die maximale Ausbeute. Auf dem Platz stimmte es zuletzt auch. Auch wenn sich die Hausherren dabei jeweils weniger starke Momente gönnten — gegen Edewecht in der Schlussphase und gegen Minden zu Beginn. Unter dem Strich standen zwei Leistungen, die von der Konkurrenz durchaus als ernst gemeinte Empfehlung für einen der Plätze sehr weit vorne ausgelegt werden könnten. Auch wenn "nicht alles Gold war, was glänzte" (Lorenzet).

Wer derzeit mäkeln möchte, der muss schon ein wenig suchen. Fündig wird er etwa in der Torschützenliste. Dort rangiert Matthias Aschenbroich (Bild) mit lediglich vier Treffern auf Rang 100. Zuletzt gelang dem wuchtigen Rückraumschützen jeweils nur ein Tor pro Partie. Ein Umstand, den es vorige Spielzeit nie gab. Mindestens zwei Tore mussten es da schon pro Partie sein, am Ende kam er auf 193 Treffer in 29 Spielen, wurde viertbester Torjäger. Wer aber in dieser Entwicklung einen möglichen Hauch von Drama wittert, erntet Lorenzets Abwinken: "Matthias wird seine Tore wieder machen, und wir werden seine Tore auch noch brauchen."

Womöglich ist es morgen (19.45 Uhr, Volker-Zerbe-Halle) schon so weit. Denn in Lemgo erwartet ein anderes Team ohne Minuspunkt den neuen Primus. Die Reserve des Bundesligisten präsentierte sich bei ihren Siegen über Ferndorf und Altenhagen nicht wie eine Mannschaft, für die es um den Klassenerhalt geht. So lautet offiziell das Saisonziel der HSG. "Für mich sind die Lemgoer ein Geheimfavorit. Sie spielen lange zusammen und haben eine Super-Mischung aus Bundesligaerfahrenen Kräften und jungen Spielern", sagt Lorenzet. Jung, talentiert, offensive Deckung: Das kennen die Leichlinger bereits aus der Vorwoche, das traf ebenfalls auf die Mindener Zweitvertretung zu — und die war auch ungeschlagen, bis sie auf den LTV traf.

Quelle: Rheinische Post online
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Härtetest für erstarkte Defensive

Die Handballer des Leichlinger TV hatten einen ihrer Schwerpunkte in der Vorbereitung auf die Verbesserung der Abwehrleistung gelegt. Nach den ersten drei absolvierten Saisonspielen ist die Qualitätssteigerung im Deckungsverbund der Pirates unverkennbar und trägt wesentlich dazu bei, dass Leichlingen derzeit als Tabellenführer der 3. Liga West gelistet wird. Am Samstagabend werden die Leichlinger Abwehrrecken aber auf eine besondere Herausforderung treffen, denn Gastgeber HSG Handball Lemgo II konnte in seinen bislang zwei bestrittenen Begegnungen bereits stolze 77 Treffer erzielen.

Gegen Ferndorf versenkte die Reserve des Bundesligisten den Ball 39 Mal im Kasten des Gegners. In Altenhagen-Heepen waren es 38 Tore, die erzielt wurden. Erschwerend kommt für die Pirates hinzu, dass die Lemgoer nur schwer auszurechnen sind. Sie verfügen über eine Vielzahl an torgefährlichen Akteuren und haben auch auf der Bank noch ein hohes Maß an Qualität sitzen. LTV-Coach Frank Lorenzet kennt die Mannschaft des Gegners genau: "Ich habe deren Spiele bislang auf DVD sehen können. Die haben eine sehr gute Mischung aus bundesligaerfahrenen Spielern und großen Talenten. Lemgo ist als Team zusammengewachsen und sicherlich einer der Top-Meisterschaftsfavoriten. Allerdings kann diese Mannschaft nicht aufsteigen“, so Lorenzet über den Konkurrenten.

"Bei uns muss am Samstag schon alles passen, wenn wir dort eine Chance haben wollen“, erklärt der Trainer weiter. Dennoch: Bange machen gilt für die Lorenzet-Truppe nicht, denn die drei Leichlinger Siege zum Saisonstart waren alles andere als ein Zufallsprodukt. Konzentrierter im Abschluss, aufmerksamer und konsequenter in der Abwehr und mit weniger Ballverlusten auftretend — der Leichlinger TV präsentiert sich derzeit in einer starken Verfassung, auch wenn einige Akteure wie Rainer Hantusch und Kiki Born noch nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte sind.

Quelle: Ksta online

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