Vorberichte: OHV Aurich - Leichlinger TV

Zu Gast im hohen Norden

Trifft auf seinen ehemaligen und wohl auch zukünftigen Verein: Jannes Hertlein
Trifft auf seinen ehemaligen und wohl auch zukünftigen Verein: Jannes Hertlein

Die Leichlinger Drittligahandballer können zufrieden sein. Vier der letzten fünf Meisterschaftsspiele konnte die Mannschaft von Trainer Frank Lorenzet gewinnen. Nur gegen den verlustpunktfreien Spitzenreiter TuS Ferndorf gab es eine Ein-Tore-Niederlage.
Am vergangenen Wochenende feierte der LTV außerdem vor toller Kulisse einen ungefährdeten und prestigeträchtigen Erfolg im Derby bei den Bergischen Panthern. Diese gute Stimmung wollen die Leichlinger auch auf die weite Reise zum OHV Aurich nehmen. Mit einem Sieg am Samstag (19 Uhr, Sparkassen Arena, Aurich) im Nachholspiel können die Pirates ihren Platz im oberen Tabellendrittel festigen. 
Der Gegner muss dagegen aufpassen, dass er nicht auf einen Abstiegsplatz abrutscht. Auch aufgrund vieler Verletzungen befinden sich die Auricher auf Talfahrt. Seit acht Spielen ist die Mannschaft ohne Sieg, immerhin holte sie drei Punkte aus Unentschieden. Zwei Niederlagen, eine davon am letzten Wochenende mit 25:26 gegen den TuS Volmetal, fielen nur mit einem Treffer Differenz aus. 
Der OHV wird deshalb von Lorenzet nicht unterschätzt. Zuhause gelang Aurich zwar nur am ersten Spieltag ein Sieg, die lange Anfahrt für den LTV und die immer stolze Kulisse von über 1000 Zuschauern sind für Lorenzet dennoch Faktoren, die für die Gastgeber sprechen.
Der LTV besitzt dagegen die individuell besseren Spieler und hat momentan einen vollen Kader. Für einen Leichlinger wird es ein ganz besonderes Spiel und eine Rückkehr in seine Heimat. Kreisläufer Jannes Hertlein wechselte zu Saisonbeginn vom OHV zum LTV. Allerdings nur aus beruflichen Gründen für ein einjähriges Gastspiel. Nach dieser Spielzeit geht er nach Aurich zurück und wird dann höchstwahrscheinlich wieder zum Gegner der Pirates.

Quelle: Bergischer Volksbote Burscheid

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"Ich bin ein Auricher Eigengewächs"

Die Hälfte des Plans ist geschafft: Mit vier Siegen gegen schlagbare Gegner wollte sich der Handball-Drittligist Leichlinger TV aus dem Jahr 2017 verabschieden. Nach den überzeugenden Erfolgen gegen die SG Schalksmühle-Halver und die Bergischen Panther steht heute (19 Uhr) das Duell beim OHV Aurich an. Der LTV zeigte bei den jüngsten Auftritten vor allem in der Defensive starke Leistungen. Wichtiger Teil der Abwehr ist Jannes Hertlein, der im Sommer aus Aurich in die Blütenstadt wechselte - und im kommenden Sommer wieder zurück in seine Heimat zieht.

Herr Hertlein, Sie sind in der LTV-Abwehr ein wichtiger Spieler. Was läuft jetzt besser in der Verteidigung?

Jannes Hertlein Besonders im Innenblock habe ich mich gut mit Tim Menzlaff eingefunden. Wir harmonieren besser zusammen und sprechen mehr. Auch die Abstimmung mit den Torhütern läuft flüssiger. Das hat man in den vergangenen Spielen gemerkt.

Ist das der einzige Grund?

Hertlein Wir spielen insgesamt disziplinierter und leisten uns weniger individuelle Fehler. Vorher war es oft so, dass jeder alleine gegen seinen Gegenspieler gespielt hat. Mittlerweile stehen wir mit anderthalb Mann gegen einen Gegner. Dadurch werden die Lücken kleiner.

Lagen die Probleme am Anfang auch daran, dass sich die Mannschaft noch nicht so gut kannte?

Hertlein Das lag am großen Umbruch mit sieben Zugängen, denke ich. Wir hatten ja einen komplett neuen Innenblock und das ist quasi das Herz der Abwehr. Das muss sich erst einmal finden.

Trainer Frank Lorenzet setzt Sie öfters auch vorne ein. Wo spielen Sie lieber: In der Offensive oder Defensive?

Hertlein Ich spiele beides gerne, das macht keinen Unterschied. Als ich in den Herrenbereich gekommen bin, habe ich nur Abwehr gespielt. Aber mittlerweile habe ich auch mehr Spielanteile vorne. Da fühle ich mich nun auch wohl.

Sie sprechen Ihre Anfänge im Herrenbereich an. Jetzt geht es ausgerechnet gegen den OHV Aurich.

Hertlein Ich komme aus Emden, das rund 25 Kilometer von Aurich entfernt liegt. Da habe ich sechs Jahre bei den Herren gespielt und vorher mehrere Jahre bei den Junioren. Ich bin quasi ein Auricher Eigengewächs.

Warum sind Sie dann gewechselt? Das ist doch eine schöne Geschichte.

Hertlein Hautsächlich kam ich wegen meines Studiums nach Leichlingen. Meinen Bachelor habe ich in Wilhelmshaven gemacht, das war beim Master aber nicht mehr möglich. Deshalb studiere ich jetzt in Düsseldorf Elektro- und Informationstechnik. Ich hatte schon frühzeitig Kontakt mit Frank Lorenzet. Es stand daher schon seit mehr als einem Jahr fest, dass ich nach Leichlingen kommen würde.

Wie viele Spieler kennen Sie noch aus der Auricher Mannschaft?

Hertlein Eigentlich alle, bis auf drei Zugänge. Die kamen, als ich weggewechselt bin. Aurich hat ein extrem junges Team mit recht wenigen erfahrenen Spielern. Keiner von denen ist älter als 30.

Welche Rolle spielt die Kulisse in Aurich? Zu den Heimspielen kommen in der Regel mehr als 1000 Zuschauer.

Hertlein Aurich hat eine der schönsten Hallen der Liga. Die Mannschaft wird von allen Zuschauern gepusht und kommt vor allem über den Kampf. Darauf müssen wir vorbereitet sein.

RP-Mitarbeiter Moritz Löhr führte das Gespräch.

Quelle: Rheinische Post

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