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Endgültiges Aus für 1.SV Concordia Delitzsch
Freitag, den 30. Juli 2010 um 18:09 Uhr

Das Possenspiel um Handball-Zweitligist 1.SV Concordia Delitzsch hat seit gestern ein Ende. Zumindest erstmal wirtschaftlich ist es bei den Sachsen aus. Wie und ob es jetzt überhaupt weitergeht, wird in den nächsten Tagen beschlossen. Ein Rückzug aus der 2.Liga, für die man nach wochenlangem Tauziehen doch noch eine Lizenz bekommen hatte, ist aber nach aktuellem Stand der Dinge sehr wahrscheinlich, so dass garkeine Mannschaft mehr am in vier Wochen beginnenden Spielbetrieb antritt. "Ich möchte das aktuell nicht mehr kommentieren", hielt sich derweil Pirates-Coach und Manager Frank Lorenzet, der sich zur Zeit mit der Mannschaft im Trainingslager befindet und eigentlich schon seit einer Woche voll für die dritte Liga plant bedeckt. Durch die Lizenzvergabe an Delitzsch musste der Leichlinger TV bekanntermassen in die 3.Liga absteigen.  

„Das finanzielle Loch war zu groß. Die vorliegenden Einnahmequellen insbesondere die Sponsorenverträge decken mit Stand heute nur einen geringen Teil der Kosten", erklärte Dr. Volkhard Frenzel in einer am heutigen Donnerstag verbreiteten Presseerklärung. Frenzel wurde am 22. Juli 2010 vom Insolvenzgericht Leipzig zum vorläufigen Insolvenzverwalter über das Vermögen der CSG Concordia Spielbetrieb Verwaltungs-GmbH bestellt, konnte aber nun nur noch verkünden: „Unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Erfordernisse und des Insolvenzrechts ist mit dem vorgesehenen Kostenblock auch bei weiteren Einsparungen der Spielbetrieb auf dem erforderlichen Niveau nicht aufrecht zu erhalten."
Zwar habe er Unterstützung „von Mitgliedern des Delitzscher Handballvereins und Helfern, die in den letzten Monaten intensiv an einer Rettung des Vereins im leistungssportlichen Bereich tätig waren", erfahren, teilte Frenzel weiter mit, eine Rettung sei trotzdem nicht möglich gewesen. „Derzeit ist die finanzielle Absicherung der Saison 2010/2011 nicht gegeben. Daher ist die Fortführung und Sanierung der CSG Concordia Spielbetrieb Verwaltungs-GmbH nicht möglich", lautet die Bilanz des Insolvenzverwalters. Damit ist das Aus von Concordia Delitzsch als Zweitligist besiegelt. Mit einiger Wehmut erklärte Frenzel weiter: „Dies ist umso bedauerlicher, da trotz eines hohen Engagements von mehreren ehrenamtlichen Unterstützern bis zuletzt versucht wurde, weitere Sponsoren zu gewinnen und mit diesen rechtsverbindliche, belastbare Verträge abzuschließen." Persönlich sagte Frenzel: „Ich habe in den letzten Tagen mehrere Förderer des Delitzscher Handballs kennengelernt, die bis zuletzt gekämpft haben." «Bei ihnen, die mit privatem Geld, Zeit und Engagement alles versucht, möchten wir uns gerne bedanken», sagte Pietzsch. «Auch für sie tut es mir leid, dass es jetzt vorbei ist.»
Die Zukunft des Traditionsklubs ist düster. „Inwieweit der Delitzscher Handball weitergeführt wird und auf welchem Niveau am Spielbetrieb teilgenommen werden kann, obliegt dem 1. SV Concordia Delitzsch 1910 e. V.", teilte Dr. Frenzel mit. Eine Zukunft in der Bundesliga ist allerdings mit dem Scheitern des Insolvenzplanverfahrens auf absehbare Zeit passe. Die Leipziger Volkszeitung spricht unterdessen von „Altverbindlichkeiten" in Höhe von 800.000 Euro. Die Spieler warten laut LVZ weiter auf mehrere Monatsgehälter, zuletzt war auch Vereinspräsidentin Borrmann zurückgetreten. Mit der gescheiterten Rettung des Zweitligisten ist auch der Versuch, den Klub mittels eines Darlehens der Stadt, für das Bürgen von Vereinsseite aus eintreten sollten, gescheitert. Nur aufgrund dieses Darlehens hatte Concordia überhaupt die Lizenz nach der ursprünglichen Verweigerung erhalten. "Es fallen in Zukunft alle Partien aus", sagte Trainer Uwe Jungandreas der LVZ: "Wir gehen morgen zum Arbeitsamt. Es gibt keine Rettung mehr. Die neuen Leute haben alles versucht, leider ohne Erfolg."

 

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