Presseberichte zum 29:27 (13:14) gegen den OSC Rheinhausen

Heisserer LTV lässt erst spät Taten sprechen

Am Wochenende zählte Heiserkeit zur Berufskrankheit des Handballers. Zumindest im Smidt-Forum Am Hammer. So war nicht nur die Stimme von Co-Trainer Jens Buss nach dem 29:27 (13:14) seines Leichlinger TV über den OSC Rheinhausen angegriffen, weil er den grippekranken Coach Frank Lorenzet vertrat und seinem Team bis in die 58. Spielminute hinein lautstark Mut und anderes Konstruktives zusprechen musste, bis die Entscheidung zugunsten des LTV gefallen war. Der andere, dessen Organ arg angegriffen war, war Artur Giela. "Stimmbandentzündung – ich kann leider nicht gut reden ", erläuterte der 23-Jährige.
Immerhin hatte er zuvor einige Male sein Können sprechen lassen, nachdem er und seine Kollegen eine äußerst wechselhafte erste Hälfte präsentiert hatten. Vor allem Torwart Stefan Nippes hielt den LTV zunächst in der Partie, da seine Vorderleute Akkordarbeit im Chancenauslassen leisteten. Vor allem in der Phase vor der Pause war Verlass auf die Fehler der Gastgeber, die der OSC dankbar für ein halbes Dutzend Gegenstoßtreffer nutzte. "Anfangs hat es ganz gut geklappt bei uns. Aber dann wollte jeder seinen eigenen Kopf durchsetzen", fasste Giela Hälfte eins zusammen, in der der ehemalige polnische Junioren-Nationalspieler glück- und torlos blieb.
Nach der Pause trat in Teilen Besserung ein. Zwar knüpfte Tim Menzlaff mühelos an seinen indiskutablen Auftritt aus Hälfte eins an. Der Rest steigerte sich, senkte die Fehlerquote und lieferte sich mit engagierten Gästen ein Kopf-an-Kopf-Rennen bis in die Endphase. Während Nippes hinten weiter solide Arbeit leistete und Jens Reinarz sich ein weiteres Mal zum Toptorschützen aufschwang, kam Giela auf der Mittelposition immer besser in die Partie. Der Mann mit der verblüffend schnellen Wurfbewegung, bescherte seiner Mannschaft mit einem Treffer in Unterzahl die Führung (19:18, 42.), die der LTV bis zum Ende nicht mehr hergab. "Am Ende haben wir uns als Mannschaft zusammengerissen", merkte Giela an.
Zwar leistet sich der 1,83-Meter-Mann nach wie vor viele Fehlversuche im Abschluss. Nach starkem Auftritt in Varel und solider Leistung gegen Rheinhausen ist sein Start ins Sportjahr aber geglückt. "Ich fühle mich beim LTV wohl", sagte Giela. "Ich bin dankbar, dass ich mich hier auf der Mittelposition weiterentwickeln darf." Und dort will der heisere Giela weiter Taten sprechen lassen. Denn er hat hohe Ziele: "Als Mannschaft werden wird alles versuchen, um aufzusteigen. Und persönlich hoffe ich, mich wieder fürs Nationalteam zu empfehlen."
LTVNippes, Aumann (25. bis 27.) – Reinarz (11/6), Janssen (5), Giela (4), Aschenbroich (3), Munkel (2), Jansen (2), Loschinski (1), Pallach (1), Menzlaff, Kreckler.
OSC Bliß, Reckzeh – Szymanowicz (9/5), Roschek (8), Wernicke (3), Schneider (3), Liekenbrock (2), Kress (2), Flemmig, Janus, Artmann, Opper, Heger.
Zeitstrafen 5:4

Quelle: Rheinische Post online
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Artur Gielas Unterzahltore

Gut 400 Zuschauer im Smidt Forum feierten gestern Abend das endgültig entscheidende 29:26 von Felix Janssen bereits nicht mehr auf ihren Sitzplätzen. Nach ganz hartem Kampf und wechselvollem Spielverlauf ließ der Leichlinger TV nach 1:3 Punkten aus den letzten beiden Duellen diesmal nicht zu, dass der OSC Rheinhausen endgültig zum Angstgegner wurde. Mit dem 29:27 (13:14)-Sieg übernahmen die Pirates zumindest für einen Tag die Tabellenspitze in der 3. Liga West – wenn auch nur aufgrund der mehr erzielten Tore gegenüber dem Tus Wermelskirchen.
Die Grippewelle hatte zugeschlagen bei den Leichlingern. Sichtbarstes Zeichen war, dass sich Trainer Frank Lorenzet von seinem „Co.“ Jens Buss vertreten lassen musste. Und der erlebte eine erste Halbzeit, in der sich der LTV mit mangelhafter Chancenverwertung im Angriff und ganz schwacher Rückwärtsbewegung um eine mögliche klare Führung brachte. Denn die Leichlinger 6:0-Deckung stand mit einem Stefan Nippes dahinter, der einmal mehr einen ganz starken Tag erwischt hatte. Erstmals etwas absetzen konnte sich der LTV trotzdem nach 23 Minuten, als Jens Reinarz per Siebenmeter das 12:8 erzielte. Umso bitterer, dass sich die Gastgeber danach Gegenstoß um Gegenstoß fingen und mit 13:14 in die Halbzeit mussten.
Sechs Gegenstoß-Tore für Rheinhausen, keines für Leichlingen: Das Problem der ersten Halbzeit war auch Jens Buss klar, und tatsächlich kassierte seine Truppe nach dem Wechsel kein einziges weiteres Kontertor. Trotzdem blieb es noch lange spannend. Und eigentlich war es der vor der Pause schwache Artur Giela, der die Weichen auf Sieg stellte. Seine zwei Unterzahl-Tore vom 18:18 zum 20:18 (43./44.) drehten die Partie in ihrer kritischsten Phase. Zum 22:20 legte Giela noch einen Unterzahl-Treffer nach. Die Leichlinger gaben die Führung danach nicht mehr her, auch wenn die Siebenmeter des elffachen Torschützen Jens Reinarz phasenweise das einzig Zählbare waren.

Quelle: Solinger Tageblatt online
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