Presseberichte: Leichlinger TV - GSV Eintracht Baunatal

Fahrig, fehlerhaft und vogelwild

Mike Schulz im Zweikampf mit Felix Geßner (Foto: Rheinische Post)
Mike Schulz im Zweikampf mit Felix Geßner (Foto: Rheinische Post)

Frank Lorenzets Stuhl musste einiges aushalten. Immer wieder schlug der Trainer des Handball-Drittligisten Leichlinger TV wütend auf seinen Sitz ein, weil ihm das Geschehen auf dem Feld gehörig gegen den Strich ging. Seine Mannschaft lieferte im Heimspiel gegen den GSV Eintracht Baunatal eine fahrige Vorstellung ab - und verlor verdient 31:33 (14:15). Zum ersten Mal seit vergangenem Februar setzte es vor eigenem Publikum wieder eine Niederlage.
Die rund 200 Zuschauer im Leichlinger Smidt-Forum waren bedient. Symbolisch die Szenen wenige Minuten nach der Pause: Die Leichlinger schafften es beim Stand von 17:19 (37.) trotz doppelter Überzahl nicht, den Vorsprung der Gäste aufzuholen - im Gegenteil: Während des Überzahlspiels mit zwei Akteuren mehr erzielte der LTV aus dem Spiel heraus genauso viele Tore wie der Gegner. Es waren die wohl bittersten Minuten des Abends, an dem fast nichts im Leichlinger Spiel gelingen wollte.
Lorenzet sprach nach der Begegnung von "katastrophalen individuellen" Fehlern seiner Mannschaft. Warum die Leichlinger gegen die Hessen nicht ins Spiel fanden, konnte keiner wirklich beantworten. "Keine Ahnung", meinte auch Linksaußen Moritz Barwitzki. "Wir haben den Gegner genau analysiert und bestimmte Dinge angesprochen. Im Spiel haben wir davon aber nichts mehr beachtet." Die Ratlosigkeit und Enttäuschung der "Pirates" spiegelte die Leihgabe des Zweitligisten TuS Ferndorf nach dem Spiel perfekt wider: Während Barwitzki enttäuscht auf dem Hallenboden saß, hörte man die Gäste aus Baunatal bis aus der Kabine ihren zweiten Saisonsieg feiern.
Unter dem Strich hatten diese sich den Erfolg auch dank ihrer eigenen Stärke verdient. "Baunatal war noch stärker als zuletzt in Korschenbroich", fand Lorenzet, der vor dem Spiel von dem bisher "schwersten Gegner" der laufenden Saison sprach. Baunatal überzeugte vor allem mit konsequentem Abschluss vor dem Leichlinger Tor. Lediglich dem starken LTV-Keeper Ante Vukas war es zu verdanken, dass die Gäste nicht vorzeitig mehr Abstand zwischen sich und den Westdeutsche Meister legten.
In die Karten spielte den Hessen freilich auch die Leichlinger Deckung. Agierte sie beim Heimsieg gegen die Ahlener SG (37:34) vor einer Woche noch souverän, zeigte sie nun teils vogelwildes Abwehrverhalten, das den GSV immer wieder zu Treffern einlud. Auf diese Weise entwickelte sich eine turbulente und in Teilen hektische Begegnung.
Taktik-Liebhaber hätten ihren Spaß gehabt. Sowohl Lorenzet als auch sein Trainerkollege Mirko Jaissle stellten Angriffs- und Deckungssysteme immer wieder um. Die Partie schwankte hin und her. Spätestens beim 26:31 (57.) stand der Sieger aber vorzeitig fest.

LTV: Vukas, Bungart - Schulz (8/3), Lange (4), Hilger (3/1), Hansen (7), Padeken (1), Lajnef (3), Novickis (4), Kreckler, Barwitzki (1)

Quelle: Rheinische Post
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Schmerzhafte Niederlage
 
Die Niederlage gegen den GSV Eintracht Baunatal am Samstagabend hat gezeigt, dass die Handballer des Leichlinger TV in dieser Saison sehr wahrscheinlich keine Rolle bei der Titelvergabe spielen werden. Der aktuelle Westdeutsche Meister unterlag nach einer desolaten Vorstellung vor nur 211 Zuschauern im Smidt Forum verdient mit 31:33 (14:15) und hat auf das weiterhin verlustpunktfreie Spitzenduo aus Neuss und Hagen nun bereits fünf Punkte Rückstand.
„Ich hatte schon befürchtet, dass wir uns in dieser Saison weiter hinten anstellen müssen, aber diese Heimniederlage schmerzt trotzdem sehr“, war Trainer Frank Lorenzet nach dem Abpfiff bedient. Der LTV lieferte ein ganz schwaches Bild ab. Im Gegensatz zum vergangenen Spieltag, als man die SG Ahlen von Beginn dominieren konnte, bekam der LTV diesmal zu keinem Zeitpunkt Kontrolle über Spiel und Gegner. Lorenzet bemängelte fehlende Körpersprache und haarsträubende technischen Fehler: „Ich habe die ganze Woche vor diesem Gegner gewarnt und meine Spieler beschworen, mit der notwendigen Ernsthaftigkeit an diese vermeintlich leichte Aufgabe heranzugehen.“
Genutzt hat es nichts. Zwar drehte der LTV einen 5:7-Rückstand (14.) in einen 8:7-Vorsprung (17.), eine Wende bedeutete das aber nicht, denn es sollte die letzte Führung der Gastgeber gewesen sein. Bis zum 24:24 (45.) blieben die Leichlinger dran, dann mussten sie zum 24:27 (49.) abreißen lassen. Das 26:31 (56.) war dann schon die Vorentscheidung. Dabei hatte Lorenzet in der Schlussphase das Taktikbuch noch einmal weit aufgeschlagen und es mit einer einfachen (45.), dann doppelten Manndeckung (50.) und am Ende mit einer komplette offenen Deckung inklusive dem Einsatz eines siebten Feldspielers (55.) versucht. Das alles war an diesem Abend vergeblich. Während die Gäste nach dem Abpfiff ausgelassen ihren zweiten Saisonsieg feierten, blickte man auf Leichlinger Seite in konsternierte Gesichter.
 
LTV: Vukas, Bungart, Fuchs; Schulz (8/3), Hansen (7), Lange (4), Novickis (4), Hilger (3), Lajnef (3), Padeken (1), Barwitzki (1), Kreckler, Zechmeister
 
Quelle: Bergischer Volksbote Burscheid

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