Presseberichte: Leichlinger TV - SG Langenfeld

Pirates mit Start nach Maß

SGL-Kreisläufer Andreas Nelte (rechts/mit Ball) hatte gegen resolut zupackende Leichlinger einen anstrengenden Abend (Foto: Ralph Matzerath/RP Langenfeld)
SGL-Kreisläufer Andreas Nelte (rechts/mit Ball) hatte gegen resolut zupackende Leichlinger einen anstrengenden Abend (Foto: Ralph Matzerath/RP Langenfeld)

Das Gros der am Samstagabend anwesenden knapp 400 Zuschauer spendete nach der Schlusssirene der Partie zwischen dem Leichlinger TV und der SG Langenfeld zufrieden Beifall. Schließlich hatte ihr Team, der LTV, zum Saisonauftakt den Nachbarn und Aufsteiger in die 3. Liga deutlich mit 39:28 (19:11) geschlagen. Leichlingens Coach Frank Lorenzet zeigte sich noch am Folgetag überrascht von diesem Resultat, hatte er doch im Vorfeld eine wesentlich engeren Ausgang prognostiziert. „Damit habe ich wirklich nicht gerechnet. Das war ein toller Auftakt, allerdings warne ich davor, jetzt euphorisch zu werden. Es war der erste Spieltag, ein guter Start, aber wenn wir nun die nächsten vier Spiele verlieren sollten, spricht keiner mehr vom Sieg über Langenfeld“, brachte Lorenzet neben seiner Zufriedenheit auch noch eine Portion Vorsicht zum Ausdruck.
Leichlingens Fans konnten mitverfolgen, wie die Gastgeber von Anfang an den Ton vorgaben. Die SGL kam nur einmal zu einem Remis, das war beim 1:1 der Fall. Ansonsten kontrollierte die Lorenzet-Crew das Geschehen. Aufmerksam in der Abwehr, immer wieder mit Ballgewinnen und schnellen Gegenstößen, setzte sich der LTV kontinuierlich ab. Nach knapp sieben Minuten netzte David Hansen zum 7:4 ein, der bärenstarke Mike Schulz erhöhte nach 13 Minuten auf 11:7, Tim Hilger traf in der 25. Minute zum 16:9; erneut Hansen markierte kurz vor der Pause mit seinem Treffer zum 19:11 den Zwischenstand, mit dem es in die Kabinen ging. „Bis dahin hat meine Mannschaft unsere taktischen Vorgaben überragend umgesetzt. Wir hatten Langenfeld ausführlich analysiert, wussten daher um ein paar Knackpunkte und genau auf die sind wir dann auch gegangen“, stellte der Coach der Blütenstädter zufrieden fest. Und seine Spieler ließen auch nach dem Wechsel zunächst nicht locker. Als Mike Schulz in der 37. Minute zum 24:14 einnetzte, lagen zum ersten Mal zehn Treffer zwischen den Teams. Moritz Barwitzki, der in den 20 Minuten Einsatzzeit einen guten Eindruck hinterließ, markierte beim 32:19 (47.) den höchsten Abstand zu Langenfeld; anschließend ließen es die Pirates etwas ruhiger angehen und in der Abwehr die letzte Konsequent vermissen. „Das war aber verständlich, wenn man so hoch führt und das Spiel kontrolliert. Da mache ich den Jungs keinen Vorwurf“, blieb Lorenzet entspannt.
Neben Mike Schulz ragte aus einen starken Team noch David Kreckler heraus, der mit seinem zehn Feldtoren wesentlich dazu beitrug, dass der LTV zumindest am Samstag bereits wieder an der Tabellenspitze stand.

Leichlinger TV: Vukas. Bungert, Fuchs; Kreckler (10), Schulz (10/4), Hansen (7), Novickis (5), Hilger (3), Lajnef (2), Padeken (1), Barwitzki (1), Zechmeister

Quelle: Kölner Stadtanzeiger
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Unerwartet hoher Sieg

Die Leichlinger Drittligahandballer stehen schon nach dem ersten Spieltag wieder da, wo sie die letzte Saison beendet haben: an der Tabellenspitze. Am Samstag bezwang die Mannschaft von Frank Lorenzet den Aufsteiger SG Langenfeld unerwartet deutlich mit 39:28 (19:11). Rund 450 Zuschauer hatten den Weg ins Smidt Forum gefunden, um Zeuge des ersten Derbys der beiden Ortsnachbarn in der dritten Liga zu werden.
Die Langenfelder, unter anderem auch von Lorenzet mit Vorschusslorbeeren überhäuft, bekamen dann aber vom Titelverteidiger gezeigt, wie rau die Luft in der neuen Spielklasse sein kann. Der Gastgeber übernahm schnell das Kommando. Per Siebenmeter konnte der Langenfelder Spielmacher André Eich noch einmal zum 5:4 (6.) verkürzen, dann zog der LTV über 7:4 (8.) und 16:9 (25.) bis zur Pause auf 19:11 davon.
Die Tormaschinerie der Leichlinger zeigte keine Gnade mit dem normalerweise als abwehrstark bekannten Aufsteiger. Vor allem die beiden Davids, Kreckler auf der ungewohnten Position im rechten Rückraum und Hansen gegenüber im linken Rückraum, schenkten der SGL kräftig ein. Zusammen waren sie für 17 Feldtore verantwortlich. Bei den Langenfeldern war es in der Offensive hauptsächlich der Ex-Leichlinger Tim Menzlaff, der an alter Wirkungsstätte mit sieben Treffern dagegen hielt.
Nach der hohen Pausenführung spulte der LTV besonnen sein Pensum ab. Die ersten Zehn-Tor-Führung gab es mit 24:14 (36.), beim 30:18 (44.) waren dann auch die allerletzten Zweifel am Auftaktsieg der Leichlinger beseitigt. „Ich muss meinen Spielern ein großes Kompliment machen. Trotz aller Widrigkeiten in der Vorbereitung haben sie pünktlich zum Saisonstart eine bärenstrake Leistung gezeigt“, war Lorenzet mehr als zufrieden. Auf Langenfelder Seite empfand man die Pleite nicht als Beinbruch, denn für die SGL geht es in der Premierensaison einzig und allein um den Klassenerhalt. „Direkt im ersten Spiel den Westdeutschen Meister zu schlagen, kann man wirklich nicht von uns erwarten“, relativierte SGL-Trainer Dennis Werkmeister die Niederlage.

LTV: Vukas, Bungart, Fuchs; Kreckler (10), Schulz (10/4), Hansen (7), Novickis (5), Hilger (3), Lajnef (2), Padeken (1), Barwitzki (1), Zechmeister

Quelle: Bergischer Volksbote Burscheid
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Abgezockte Leichlinger schlagen schwache SGL

Man konnte es Dennis Werkmeister nach effektiv 60 gespielten Minuten vom Gesicht ablesen: Trotz anderslautender Bekundungen stand dem Trainer der Handballer der SG Langenfeld die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Wohl um einige strapazierte Nerven reicher, dafür aber umso erleichterter zeigte sich sein Gegenüber. LTV-Coach Frank Lorenzet hatte sich einmal mehr über die gesamte Spieldauer die Lunge aus dem Leib geschrien - taktische Anweisungen gegeben, Schiedsrichterentscheidungen angezweifelt und seinen Spielern gut zugesprochen. Dass vor 400 Zuschauern nach der finalen Sirene ein deutliches 39:28 (19:11) aus Leichlinger Sicht von der Anzeigetafel leuchtete, hatte - trotz des hohen Engagement von der Seitenlinie und Tribüne - niemand erwartet.
"Wir dachten, das Spiel etwas länger offenhalten zu können", sagte Werkmeister nach dem Kräftemessen bedrückt. Gerade in die dritte Spielklasse aufgestiegen, rechnete man sich in Langenfeld beim Vorjahresmeister durchaus etwas aus.
Vor allem die Verletzungsmisere, die den LTV bereits in der gesamten Vorbereitung belastete, begriffen die Nachbarstädter als Chance. "Individuell ist Leichlingen heute allerdings einfach deutlich besser gewesen", betonte Werkmeister.
Lorenzet wiederum huldigte insbesondere seiner Mannschaft. Mit nur zwölf Spielern in die Partie gegangen, machten diese aus Sicht ihres Trainer nahezu alles richtig. "Wir hatten uns zwei, drei Knackpunkte vor dem Spiel erarbeitet, mit denen wir Langenfeld in Bedrängnis bringen wollten", erklärte der 49-Jährige. "Das hat die Mannschaft perfekt umgesetzt."
Einer dieser Knackpunkte schien das schnelle Spiel nach vorne zu sein. Nahmen die Leichlinger einen Gegentreffer hin, trugen sie den Ball in Person von Torhüter Ante Vukas schnellstmöglich an den Mittelkreis. So hielten sie die Gäste in Bewegung - und die Konzentration auf der Gegenseite durfte demnach in keiner Phase des Spiels nachlassen.
Die SGL wiederum wirkte teilweise behäbig, indem sie sich zu lange über den Ball im eigenen Netz ärgerte. Wurde das Umschaltspiel nach vorne in den Anfangsminuten noch forciert, nahm es im Verlauf der ersten Hälfte ab. Die im Vorfeld hochgelobte Defensive des Außenseiters fand zudem zu keinem Zeitpunkt in die Partie. "Ich kann mir unser Defensivverhalten nur mit zu viel Respekt und Nervosität erklären", sagte Werkmeister. Er könne sich auch nicht erinnern, wann seine Mannschaft in der Vergangenheit 39 Gegentore habe schlucken müssen.
An diesem Tag jedenfalls wurde es den "Pirates" leicht gemacht. Allein David Kreckler narrte mit einer Bewegung zwei-, dreimal den halben Abwehrverbund und konnte in dessen Folge frei abschließen. Die Qualitäten, die eigentlich von der SGL zu erwarten waren, zeigte schlussendlich der LTV, der klug verschob, die Räume verengte und Langenfeld zunehmend in zeitliche Bedrängnis brachte - Abspielfehler und überhastete Aktionen die Folge. Beim 32:19 (46.) erreichten die Leichlinger in der zweiten Hälfte mit 13 Treffern Differenz ihren höchsten Vorsprung, bei denen unter anderem Neuzugang Mike Schulz in seinem ersten Pflichtspiel überzeugte. Vor der Saison von der SG Ratingen in die Blütenstadt gekommen, übernahm der Rechtsaußen gleich alle fünf Siebenmeter (5/4) und traf daneben weitere sechs Mal.
Es bleibt aber trotz des Sieges dabei: Aufgrund der angespannten personellen Situation sucht der LTV weiter nach personeller Verstärkung.

Quelle: Rheinische Post Leichlingen
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Die Abfuhr: Handballer vergeigen Premiere

Es war der klassische Unterschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Natürlich hatten die Handballer der SG Langenfeld (SGL) nach der traumhaften vergangenen Saison gehofft, ein bisschen von ihrem Schwung ins Abenteuer 3. Liga hinüberretten zu können. Neben guten Ergebnissen in der Vorbereitung gabs ja vor genau einer Woche in der ersten Hauptrunde des DHB-Pokals das 26:24 über den Zweitligisten TuSEM Essen und den sehr ansprechenden Auftritt gegen den Bundesligisten SC DHfK Leipzig (23:36). Dann betrat die SGL jetzt beim Nachbarn Leichlinger TV zum ersten Mal die Bühne, in der es um Meisterschaftspunkte ging. Und das Team von Trainer Dennis Werkmeister bekam ziemlich gnadenlos vor Augen geführt, wie steinig der Weg zum Klassenerhalt werden dürfte. Die SGL hatte von Beginn an nicht den Hauch einer Chance und am Ende neben viel Frust eine 28:39 (11:19)-Niederlage im Gepäck.
Auf den Trikots des Klassen-Neulings stand Langenfeld drauf, doch diesmal steckte eben nicht Langenfeld drin. Bis zum 1:1 (2.) von Max Adams und dem 2:2 (3.) von Tim Menzlaff blieb das Resultat zwar ausgeglichen, aber die sonst so starke Deckung fand bereits hier nicht statt. Gleichzeitig gab es im Angriff eine hohe Fehlerquote, sodass der Anschluss verloren gehen musste - 8:13 (18.). Ein Beispiel für das allgemeine Chaos war Pechvogel Vinzenz Preissegger. Erst traf er mit seinem Heber die Latte (19.), dann verlor er den Ball (20.) und scheiterte mit einem freien Wurf an Leichlingens Keeper Ante Vukas (21.). Alle drei Szenen passierten, als Leichlinger aufgrund einer Zeitstrafe in Unterzahl auf dem Parkett stand. Weiter ging es mit einem Stürmerfoul von Tim Menzlaff (22.), das nicht alle Schiedsricher so gepfiffen hätten, und mit einer Zeitstrafe gegen Andreas Nelte (22.), der ebenfalls die Welt nicht mehr verstand.
Leichlingen, in der vergangenen Saison der Meister der 3. Liga West, trug kein handballerisches Hexenwerk vor, kontrollierte die Partie allerdings durch seine Routine nahezu mühelos. "Das ist eine abgezockte Truppe", hatte der frühere Leichlinger Menzlaff vorher betont - und damit den Nagel auf den Kopf getroffen. Die SGL war zwar in der Theorie bestens vorbereitet, konnte davon allerdings wenig umsetzen. Die zehn Treffer von David Kreckler etwa waren im Matchplan des Aufsteigers so nicht vorgesehen.
Beim 32:19 (46.) erreichten die Leichlinger in der zweiten Hälfte mit 13 Treffern Differenz ihren höchsten Vorsprung und für Langenfeld konnte es längst nur darum gehen, den Kampf gegen ein Debakel anzunehmen. Auf der verzweifelten Suche nach den erfreulicheren Aspekten war ein Pluspunkt, dass sich die Mannschaft nicht ihrem Schicksal hingab. In einer eigenen Rechnung für die letzten 14 Minuten ergab sich sogar ein 10:7-Sieg - ein kleiner Lichtblick an einem Abend voller Schmerzen.
Auf der Suche nach den Ursachen für die hohe Niederlage taten sich manche kurz nach dem Spiel schwer. "Ich kann mich nicht erinnern, wann wir zuletzt so viele Gegentore bekommen haben", sagte Trainer Dennis Werkmeister, "das ist aber alles kein Beinbruch." Tim Menzlaff stellte ebenfalls was Richtiges fest: "Wir haben unser schnelles Spiel nicht aufziehen können und zu viele Tore kassiert." Matthias Herff war genauso enttäuscht wie die Teamkollegen. "Das haben wir uns alle ganz sicher anders vorgestellt. Jetzt müssen wir daraus lernen und weiter hart arbeiten", fand der Kapitän. Co-Trainer Thorsten Scholl lieferte die perfekte Zusammenfassung: "Willkommen in der 3. Liga." Anders ausgedrückt: Es war der klassische Widerspruch zwischen Wunsch und Wirklichkeit.

SG Langenfeld: Joest, Geske - Thöne, Heider (5), Wolter (3), Preissegger, Adams (4), Zimmermann (1), Herff (1), Stolley (1), Eich (5/2), Boelken (1), Menzlaff (7), Nelte.

Quelle: Rheinische Post Langenfeld
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