Schwere Novickis-Verletzung überschattet Derby-Erfolg der Pirates bei der SG Langenfeld

Handball-Drittligist Leichlinger TV ist mit einem verdienten Derby-Erfolg ins neue Spieljahr gestartet. Bei der SG Langenfeld feierten die personell arg dezimierten Pirates nach einer vor allem kämpferisch überzeugenden Vorstellung am Samstagabend einen 32:26 (14:13) Sieg. „Ich bin stolz auf die Mannschaft. Sie haben trotz der schwierigen Umstände eine überragende Einstellung gezeigt und verdient gewonnen“, sagte Pirates-Co-Trainer Björn Aust, der den privat verhinderten Lars Hepp auf der Bank vertrat. Allerdings wurden die zwei Punkte von einer schweren Verletzung überschattet: Spielmacher Valdas Novickis zog sich in der Schlussphase einen Achillessehnenriss zu, muss operiert werden und fällt monatelang aus. „Das ist natürlich ein Schock und ein großer Wermutstropfen für uns. Es tut mir für Valdas unglaublich leid. Wir hoffen, dass er schnell wieder fit wird“, erklärte LTV-Manager Niklas Frielingsdorf, der dem dezimieren Team ebenfalls ein großes Lob aussprach: „Die Jungs sind durch die schwierigen Umstände noch enger zusammengerückt und jeder hat sich für jeden reingehauen. Umso schöner, dass auch unsere drei Neuzugänge allesamt gelungene Debüts feiern konnten.“

Dabei hatten die Pirates vor dem Anpfiff ohnehin schon mit großen Personalproblemen zu kämpfen: Während Henning Padeken (Mandelentzündung), Mike Schulz (Grippe), Kris Zulauf (Faserriss), Bastian Munkel (Schambeinentzündung) und Tim Menzlaff (Hüftverletzung) fehlten, standen in Christoph Gelbke (Rückraum Mitte) und Linksaußen Tim Lindner immerhin zwei Winter-Zugänge in der Startsieben. Auch Vibulan Sivanathan feierte in der Folge sein Debüt. Aust ließ trotz der Ausfälle der etatmäßigen Innenblockspieler Zulauf, Menzlaff und Padeken mit einer 6:0-Abwehr beginnen, in der Alexander Kübler und Hendrik Rachow das Herzstück bildeten.
Unter diesen schwierigen personellen Voraussetzungen entwickelte sich bei den abstiegsgefährdeten Gastgebern zunächst eine ausgeglichene Partie. Nach einer Viertelstunde und einigen starken Paraden des LTV-Keepers Mathis Stecken hieß es 8:8. Als die kampfstarken Pirates dann in der 19. Minute zum 10:9 trafen, nahm die SGL eine Auszeit. Im Anschluss ließ der LTV jedoch gleich die erste Zwei-Tore-Führung folgen - 11:9. Dass diese bis zum 12:10 (26.) - trotz sehr ordentlicher Defensivleistung - nicht noch höher ausfiel, lag einzig daran, dass sich zu viele Fehler ins Pirates-Spiel einschlichen. So ging es nur mit einem 14:13-Vorsprung in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel schienen die Gäste in den Anfangsminuten mit den Gedanken in der Kabine geblieben zu sein. So lagen sie in der 35. Minute plötzlich völlig überraschend mit 15:18 im Hintertreffen. Als es in der 42. Minute dann 17:21 hieß, nahmen die Pirates ihre erste Auszeit der Partie. Im Anschluss bewiesen sie gleich starke Moral: In vier Minuten langer Unterzahl am Stück gelang ein 3:0-Lauf zum 20:21-Anschluss (45.). Nun nahmen die Langenfelder ihrerseits eine Auszeit. In der 47. Minute war es dann soweit: Novickis glich zum 23:23 aus und nur zwei Minuten später brachte Maik Schneider die Pirates mit 24:23 in Führung. Der gut aufgelegte Gelbke legte gar zum 25:23 nach.

Dann überschlugen sich die Ereignisse: In Rachow sah auch der letzte etatmäßige Innenblockspieler nach der dritten Zeitstrafe Rot. Den fälligen Langenfelder Siebenmeter parierte der bärenstarke Stecken und der LTV legte - nun sogar in doppelter Unterzahl - in Person von einmal mehr Gelbke zum 26:23 nach (51.). Zwei Minuten später hatten sich die Pirates beim 28:24 erstmals einen Vier-Tore-Vorsprung erkämpft. Und auch von der dann folgenden und eingangs erwähnten schweren Verletzung von Novickis ließ sich das Hepp-Team nicht mehr bremsen. Im Gegenteil: Vier Minuten später hatte es die Führung auf 30:25 ausgebaut. Wenige Augenblicke konnten die Pirates dann den verdienten Derby-Sieg bejubeln.

LTV: Stecken, Ferne - Schneider (5), Rachow (3), Aust-Herde (4), Sivanathan, Novickis (6), Lindner (1), Kübler (2), Gelbke (5), Kreckler (6/6).

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