Interview mit Hallensprecher Dominique Ronde

Seit rund sechs Jahren ist Dominique Rondé nun schon Hallensprecher der Pirates und hat in dieser Zeit nahezu jedes Heimspiel im Ostermann-Forum miterlebt. In einem Artikel im Leichlinger Lokalsport der Rheinischen Post wurde unlängst von seinem Abschied zur kommenden Spielzeit geschrieben - eine haltlose Falschmeldung. „Dominique ist auch neben seiner Aufgabe als Hallensprecher sehr engagiert rund um die Pirates-Heimspiele. Wir sind froh und dankbar, dass wir ihn haben“, sagt Niklas Frielingsdorf, Manager des Handball-Drittligisten Leichlinger TV. Nun sprach die Pirates-Redaktion mit Rondé. Und der blickt nicht nur zurück, sondern auch voller Vorfreude auf die neue Saison.

Du bist schon einige Jahre bei den Pirates als Hallensprecher tätig. Wie hast du die vergangene Saison erlebt?

Rondé: Die vergangenen Saison war außergewöhnlich. Mein Zettel mit der Liste der verletzten Spiele war gefühlt länger als die Aufstellung selbst. Was mich allerdings beeindruckt hat war, dass die Mannschaft immer wieder versucht hat, das Beste herauszuholen und auch angeschlagene Spieler sich in den Dienst der Mannschaft gestellt und - so lange es ging - ihre Leistungen abgeliefert haben.
Das hat sich auf das Publikum ausgewirkt. Auch wenn es Mal nicht so lief ,wie wir alle es uns vorgestellt haben, gab es keine Pfiffe oder ähnliches.

Was waren deine Highlight-Heimspiele der vergangenen Spielzeit und warum?

Rondé: Ich möchte einfach Mal unser letztes Heimspiel gegen die Sauerland Wölfe nennen. Die kommen mit zehn Trommeln in die Halle und liefern eine wahnsinnige Unterstützung ab. Das spornt natürlich auch unsere eigene Abteilung "Stimmung" noch mehr an und schon haben wir ein gegenseitiges Anfeuern der Mannschaften. Und das ohne Schmähgesänge, wie sie in anderen Sportarten durchaus üblich sind. So sollte Sport immer sein.

Wie sieht der „Arbeitstag“ eines Hallensprechers aus?

Rondé: Normalerweise informiere ich mich zwei Tage vor dem Spiel über unseren nächsten Gegner. Wer ist verletzt, wie liefen die letzten Spiele und wie steht er gerade in der Tabelle. Dazu kommen die Infos von unserem Manager über besondere Aktionen, Veränderungen in der Mannschaft und so weiter. Daraus entstehen dann die Moderationen.
Da ich meistens von weiter weg Anreise, bin ich am Spieltag selbst etwa zwei Stunden vor dem Anwurf in der Halle. So bleibt genug Zeit zur Abstimmung mit dem Hallenteam, Schiedsrichtern, Zeitnehmern und einer Tasse Kaffee, bevor es losgeht. Den Rest seht ihr dann ja live vor Ort.

Was reizt dich daran, Hallensprecher zu sein?

Rondé: In erster Linie natürlich meine Aufgabe, Stimmung in die Halle zu bekommen! Wir haben hier tatsächlich eine Menge Fortschritte gemacht, wenn ich das mit damals vergleiche. Aber natürlich ist da noch einiges an Potenzial, welches ich gerne Stück für Stück erschließen möchte.
Ich habe ja eigentlich keinen "echten" Handball-Hintergrund, habe also nie Handball gespielt, sondern bin mehr aus Zufall vor einigen Jahren dazugestoßen.
Was mich an der Sportart reizt, ist die Geschwindigkeit des Spiels. Es geht immer Schlag auf Schlag. Auf eine Aktion folgt die nächste. So wird es nicht langweilig. Das macht natürlich auch die Moderation sehr anspruchsvoll. Zu erkennen, wer das Tor geworfen hat, ist nicht immer so einfach, daher habe ich mich für meinen Platz direkt an der Seitenlinie entschieden. Außerdem kann ich da etwas besser jubeln (schmunzelt).

Was würdest du dir für die neue Spielzeit wünschen, wo siehst du noch Potenzial bei den Heimspielen?

Rondé: Ehrlich gesagt bin ich dem harten Kern unserer Abteilung "Stimmung", also den Jungs mit den Trommeln in der ersten Reihe, sehr dankbar. Sie machen mir das Leben als Hallensprecher viel leichter. Ich wünsche mir, dass sie auch in der kommenden Spielzeit so engagiert dabei bleiben und Spaß an der Sache haben.
Wünschen würde ich mir zudem, dass noch mehr Zuschauer mit einstimmen und wir irgendwann im Laufe der Saison mal ein lautes "Defense" von der gesamten Tribüne hören. Viele fordern mehr Stimmung, machen dann aber leider nicht mit - und so funktioniert es dann halt nicht.

Was erwartest du dir von der kommenden Spielzeit?
Rondé: Es sind viele neue Gesichter dabei, von denen ich viele erst noch kennenlernen werde. Sowohl in der Mannschaft als auch im Team dahinter. Wenn so etwas passiert, dann müssen sich viele Dinge, die vorher "einfach so" funktioniert haben, neu finden. Da geht ein Pass auch Mal daneben, weil der Mitspieler nicht da steht, wo man ihn vermutet hat. Die Akteure auf dem Spielfeld haben dafür den Trainer, der mit ihnen so lange die Spielzüge einstudiert, bis es klappt.
Wir als Hallenteam müssen da halt auch durch. Deswegen erwarte ich, dass es vielleicht auch am Anfang Mal knirscht und etwas schiefgeht. Ich erwarte aber auch, dass jeder dann mit anpackt und schaut, dass die Dinge funktionieren, um unseren Zuschauern "Action pur" zu bieten. Ich freue mich jedenfalls schon auf die neue Saison.

Zurück

Premium Partner

Business Partner